Zukunft der Braunkohle

Platzeck: Braunkohle bleibt wichtiger Wirtschaftsfaktor im Osten

Ministerpräsident Matthias Platzeck (SPD) sieht in der Braunkohle auch künftig einen wichtigen Wirtschaftsfaktor für Ostdeutschland. Dafür sei das künftige erste Kohlendioxid-freie Braunkohlekraftwerk ein Beleg, sagte Platzeck am Montag zum Baustart der Pilotanlage in Schwarze Pumpe.

Stromzähler© Gina Sanders / Fotolia.com

Spremberg (ddp/sm) - Platzeck verwies laut einer vorab verbreiteten Pressemitteilung darauf, dass Brandenburg die Entwicklung derartiger Kohlekraftwerke schon frühzeitig unterstützt habe. Das vom Geoforschungszentrum Potsdam sowie weiteren Partnern und der EU unterstützte Projekt zur unterirdischen Speicherung von Abgasen sei auf einem guten Weg. Ein Standortvorteil der künftigen Pilotanlage liege in den guten Bedingungen für die Nachnutzung des produzierten Dampfes in umliegenden Industrieanlagen sowie in der Zusammenarbeit mit der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus.

Beim Strommix setze Brandenburg neben der Braunkohle auf erneuerbare Energien und dabei vor allem auf Wind, Biomasse und Solaranlagen, sagte der Ministerpräsident. Mittlerweile kämen zehn Prozent des in Brandenburg erzeugten Stroms aus regenerativer Energieerzeugung.

Am Ausbau der Braunkohlekraftwerke gibt es aber auch Kritk: Die brandenburgische Grünen-Bundestagsabgeordnete Cornelia Behm verwies darauf, dass Braunkohle ein "begrenzter Rohstoff" sei. Investitionen in die Kohlendioxid-freie Braunkohletechnologie seien damit verschenktes Geld. Wirtschaftlich sinnvoll sei nur die langfristige Umstellung auf erneuerbare Energien. Die ostdeutschen Braunkohlekraftwerke gehören nach ihren Angaben zu den größten Kohlendioxid-Verschmutzern Europas.

Gegenüber dem Tagesspiegel (Dienstagausgabe) sagte der energiepolitische Sprecher der Grünen, Hans-Josef Fell, deutschlandweit gebe es keine einzige Speicherstätte, in der man das bei der Kohleverbrennung anfallende Klimagas Kohlendioxid (CO2) ohne Bedenken einlagern könne. Dies gelte auch für die von Vattenfall favorisierte Lagerstätte bei Ketzin im Havelland. "Es ist vollkommen unklar, ob der Speicher dauerhaft sicher ist", sagte Fell. "Schon ein leichtes Erdbeben kann Risse zur Folge haben."