Modernisierung der Turbinenanlage

Planmäßig: AKW Krümmel geht vom Netz

Das schleswig-holsteinische Kernkraftwerk Krümmel wird am Samstag für die routinemäßige jährliche Revision und die letzte Etappe einer umfassenden Modernisierung vom Netz genommen. In den kommenden Wochen werden unter anderem verbrauchte Brennelemente ausgetauscht.

Strompreise© Gina Sanders / Fotolia.com

Hamburg/Geesthacht (ddp.djn/sm) - Zudem werden Systeme überprüft und gewartet, wie ein Sprecher des Betreibers Vattenfall Europe heute in Hamburg sagte. Größtes Projekt sei jedoch der bereits im vergangenen Jahr begonnene Austausch der Turbinenanlage.

Während der Abschaltung wird die letzte der drei Niederdruckturbinen gegen eine neue getauscht, um den Wirkungsgrad des Meilers deutlich zu verbessern. Bei unveränderter Reaktorleistung erhöhe sich dann die elektrische Leistung des AKW um 75 000 Kilowatt, sagte der Sprecher. Mit dieser fünfprozentigen Steigerung soll Krümmel dann künftig mit rund 1500 Megawatt Leistung gefahren werden. Durch das geänderte Turbinendesign werden Brennstoffverbrauch und Abfallaufkommen den Angaben zufolge nicht erhöht. Die Kosten des Projekts wurden mit rund 50 Millionen Euro angegeben.

Parallel dazu werden in den nächsten Wochen 128 der insgesamt 840 Brennelemente getauscht. Das gesamte Revisionsprogramm umfasse etwa 1900 Arbeitsaufträge von der Untersuchung der Kerneinbauten am Reaktordruckbehälter bis zur Überprüfung von Rohrleitungen, Pumpen und Armaturen. Für diese Arbeiten sind neben dem kraftwerkseigenen Personal etwa 1100 Beschäftigte von Fremdfirmen sowie etwa 50 Gutachter und Experten des schleswig-holsteinischen Sozialministeriums als Aufsichtsbehörde im Einsatz.

Ende Juni hatte der bei Geesthacht an der Elbe gelegene Siedewasserreaktor die Marke von 200 Milliarden Kilowattstunden erzeugtem Strom seit Inbetriebnahme im September 1983 erreicht. Dies würde nach Vattenfall-Angaben ausreichen, um die Stadt Hamburg 16 Jahre lang komplett mit Strom zu versorgen.