Alle Genehmigungen liegen vor

Planfeststellungsbeschluss zur Abbaggerung der Lakomaer Teiche

Die Lakomaer Teiche bei Cottbus dürfen abgebaggert werden. Wie Vattenfall Europe Mining and Generation mitteilte, übergab das Landesamt für Bergbau, Geologie und Rohstoffeam Montag den Planfeststellungsbeschluss. Ein Renaturierungsprojekt an der Spree soll einen Ausgleich schaffen.

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Cottbus (ddp-lbg/sm) - Die Entscheidung sei wichtig für den langfristigen Weiterbetrieb des Tagebaus Cottbus-Nord, sagte ein Unternehmenssprecher. Die landesplanerischen, bergrechtlichen und wasserrechtlichen Genehmigungen lägen bereits vor.

Umweltverbände protestieren seit Monaten gegen die drohende Abbaggerung. Sie sammelten nach eigenen Angaben bisher rund 3000 Unterschriften gegen das Projekt, darunter auch von mehr als 70 Bundestagsabgeordneten. Von der Ausweitung des Tagebaus Cottbus-Nord auf die Teichlandschaft wären laut Naturschützern rund 170 Tier- und Pflanzenarten betroffen.

Vattenfall kündigte unterdessen an, zur Kompensation einen rund zwölf Kilometer langen Abschnitt der Spreeaue zwischen Cottbus und dem Spreewald zu renaturieren. Damit sollen neue Lebensräume insbesondere für Amphibien und Fischotter geschaffen werden. Der Energiekonzern betreibt in der Lausitz die Tagebaue Jänschwalde, Cottbus-Nord, Welzow-Süd, Nochten und Reichwalde sowie die Braunkohlekraftwerke Jänschwalde, Schwarze Pumpe und Boxberg.

Umweltschutzverbände wollen die geplante Abbaggerung der Lakomaer Teiche bei Cottbus nicht hinnehmen. Die Grüne Liga kündigte am Dienstag eine Klage gegen den Planfeststellungsbeschluss beim Verwaltungsgericht Cottbus an. Sie werde dabei vom Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), dem Naturschutzbund Deutschland, den Naturfreunden und Robin Wood unterstützt. Eine Zerstörung der ökologisch wertvollen Teichlandschaft durch den Tagebau sei zur Energieversorgung und Arbeitsplatzsicherung nicht erforderlich.

Zugleich protestierten die Umweltschützer gegen Baumfällarbeiten zur Vorbereitung des Tagebaus, die am Morgen begonnen hätten. Die Naturschutzverbände wollen versuchen, diese Arbeiten gerichtlich zu stoppen. Die brandenburgische Grünen-Bundestagstagsabgeordnete Cornelia Behm warf der Landesregierung vor, keine Konzepte gegen die Luftverschmutzung und den Klimawandel umzusetzen. Die Teichlandschaft werde geopfert, um auch noch die letzte Tonne Braunkohle aus dem Boden der Lausitz zu heben. Das Kraftwerk Jänschwalde sei Luftverschmutzer Nummer eins in Brandenburg.

Die Cottbuser Industrie- und Handelskammer begrüßte dagegen den erteilten Planfeststellungsbeschluss. Das sichere den Weiterbetrieb des Tagebaus Cottbus-Nord und des Kraftwerks Jänschwalde. Damit werde die Arbeitsplatz- und Lehrstellensituation der gesamten Region stabilisiert. Nicht nur der Tagebau- und Kraftwerksbetreiber Vattenfall, sondern auch zahlreiche Auftragnehmer, Subunternehmen und andere Partner erhielten eine gesicherte Perspektive.

Der Spree-Neiße-Landrat Dieter Friese (SPD) sagte, mit der Entscheidung seien Hunderte Arbeitsplätze auf Jahre gesichert worden. Die als Ausgleich vorgesehene Renaturierung der Spreeaue sei nicht nur ein Ersatz für die Lakomer Teiche, sondern biete auch die Chance für neue touristische Angebote und Arbeitsplätze.