Plambeck erwirkt einstweilige Verfügung gegen LichtBlick

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Vor gut drei Wochen hatte der Hamburger Stromhändler LichtBlick mit gerichtlichen Mitteln den Werbeauftritt des Cuxhavener Stromanbieters und Windkraftanlagenbetreibers Plambeck Neue Energien AG beschränkt, jetzt hat die Plambeck AG den Spieß umgedreht: Mittels einer einstweiligen Verfügung hat das Landgericht Hamburg - ohne mündliche Verhandlung - die Werbung der Firma LichtBlick in bestimmten Punkten untersagt. "LichtBlick wirbt damit, ausschließlich sauberen Strom an den Verbraucher zu liefern, was physikalisch nicht möglich ist", so Thomas Bahr, Sprecher der Plambeck Neue Energien AG.



Plambeck sieht das gerichtliche Verfahren als Teil einer "Aufklärungskampagne", mit der man gegen das "Phantom Ökostrom" vorgehen will. "Alle Stromhändler sind hinsichtlich des Produktes, welches sie liefern, gleich, da es nur einen Strom-Mix gibt. Wichtig ist, was ein Unternehmen für die Umwelt tatsächlich tut. Dies kann nur in der Installation von Anlagen zur Erzeugung erneuerbarer Energien liegen. Hier ist Plambeck so aktiv, wie kein anderer am Markt. Plambeck möchte erreichen, dass der Verbraucher bei der Auswahl seines Stromlieferanten nachfragt, was der Anbieter tatsächlich für die Umwelt tut", so Thomas Bahr.



Zur Förderung der Erzeugung von erneuerbarer Energie hatte der Bundestag das Stromeinspeisungsgesetz (StrEG) im Jahre 1990 erlassen und in den Jahren 1994 und 1998 geändert. Derzeit ist eine erneute Novellierung in Arbeit und es besteht politische Einigkeit darüber, dass nur der Erhalt des StrEG den weiteren Ausbau der regenerativen Energieerzeugung sichert. Die Argumentation der Stromhändler, durch die Nachfrage von Naturstrom ließe sich auch der Ausbau der erneuerbaren Energien fördern, sei - so Plambeck - "schlichtweg falsch", da die abgenommenen Mengen wesentlich niedriger als die erzeugten Mengen seien. "Wäre die Nachfrage gleich dem Angebot müssten die Erzeuger wegen des bereits vorhandenen Preisdrucks im freien Stromwettbewerb ihre Preise angleichen", so Bahr. Und: "Dann könnte regenerativ erzeugter Strom preislich nicht mehr mit Atomstrom konkurrieren. Die ökologisch sinnvolle Erzeugung von Energie wäre aus Wettbewerbsgründen am Ende".