Proteste

Pläne zur Abkehr vom Atomausstieg stoßen auf Kritik

Atomkraftgegner begleiteten die Koalitionsverhandlungen mit Protesten und warnen vor einer Abkehr vom Atomausstieg. Die Anti-Atom-Initiative "ausgestrahlt" will vor dem Reichstag das längste Anti-AKW-Transparent der Welt bauen. Auch Kartellamts-Chef Heizer sieht eine Laufzeitverlängerung kritisch.

Stromtarife© Andre Bonn / Fotolia.com

Berlin (ddp/red) - Aktivisten der Anti-Atom-Initiative "ausgestrahlt" protestierten am Samstag vor dem Reichstagsgebäude in Berlin gegen eine Abkehr vom Atomausstieg. Sie fügten hunderte Transparente aus ganz Deutschland zu einem Transparent mit einer Gesamtlänge von mehr als 500 Metern zusammen. "Wir bauen am längsten Anti-AKW-Transparent der Welt. Was wir heute ausstellen, ist erst der Anfang", erklärte der Sprecher der Organisation, Jochen Stay.

Scharfe Kritik an der erwarteten Abkehr vom Atomausstieg übte Grünen-Fraktionschef Jürgen Trittin. "Unbegrenzte Laufzeiten wären die komplette Rückabwicklung des Atomausstiegs", sagte er der "Frankfurter Rundschau". "Mehr kann sich die Atomindustrie nicht wünschen", fügte er hinzu. In keinem Land der Welt gebe es bisher unbegrenzte Betriebsgenehmigungen für AKW.

Der Präsident des Bundeskartellamts, Bernhard Heitzer, warnte vor einer Gefährdung des Wettbewerbs auf dem Strommarkt, sollten die AKW-Laufzeiten freigegeben werden. Damit würde unabhängigen Energieerzeugern "der Boden unter den Füßen weggezogen", sagte er dem "Handelsblatt".