Sicherheit vor Wirtschaftlichkeit

Pierer für deutlich längere AKW-Laufzeiten

Mit der Prämisse "Sicherheit vor Wirtschaftlichkeit" können die deutschen Atomkraftwerke noch länger als 32 oder 40 Jahre laufen. Dieser Meinung ist jedenfalls Ex-Siemens-Chef Heinrich von Pierer, der neue Wirtschaftsberater der Union. Die Grünen werteten das als "Provokation und Kriegserklärung".

Strompreise© Gina Sanders / Fotolia.com

Düsseldorf/Berlin (ddp/sm) - Der neue Wirtschafts-Berater von Unions-Kanzlerkandidatin Angela Merkel (CDU), Ex-Siemens-Chef Heinrich von Pierer, macht sich für eine deutliche Verlängerung der Laufzeiten deutscher Atomkraftwerke (AKW) stark.

"Es reicht nicht aus, nur die Laufzeiten der Atomkraftwerke von 32 auf 40 Jahre zu verlängern", sagte Pierer dem in Düsseldorf erscheinenden "Handelsblatt" (Mittwochausgabe). Er verwies darauf, dass in anderen Ländern wie beispielsweise den USA gegenwärtig Pläne umgesetzt würden, "die Lebensdauer auf 60 Jahre zu verlängern". Dies sei "machbar", fügte Pierer hinzu. Seinen Worten zufolge sollte bei allen Überlegungen der "Grundsatz immer im Mittelpunkt stehen: Sicherheit geht vor Wirtschaftlichkeit".

Grünen-Chef Reinhard Bütikofer wertete Pierers Vorstoß als "Provokation und Kriegserklärung an alle ökologisch denkenden Menschen in unserem Land". Die CDU könne sich darauf verlassen, dass die Grünen "entschiedenen Widerstand gegen solche Pläne mobilisieren werden", erklärte Bütikofer in Berlin.

Grünen-Fraktionsvize Reinhard Loske warnte in Berlin, längere AKW-Laufzeiten "wären ein Tritt in die Kniekehlen derjenigen, die mit modernen Energietechnologien wie erneuerbaren Energien, Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen, Blockheizkraftwerken und Brennstoffzellen in den Startlöchern stehen". Im Ergebnis würden sie "nichts anderes als ein Investitionsverhinderungsprogramm bewirken" und damit dem Standort Deutschland und künftigen Exportmöglichkeiten schaden.