Zukunftsstrategie

Piebalgs: EU muss Importabhängigkeit aus eigener Kraft senken

Die steigende Importabhängigkeit wird in den kommenden Jahren zu einem immer größeren Problem werden. Entgegenwirken können die Mitgliedsländer nur mit einer erhöhten Energieeffizienz, dem Ausbau erneuerbarer Energieträger und der Erschließung neuer Öl- und Gasquellen. Darum ging es jetzt in einer Konferenz.

Stromnetz Ausbau© Gina Sanders / Fotolia.com

Stavanger (red) - Im Sinne von reduzierter Importabhängigkeit will die Europäische Union die Ölforschung in der Nordsee weiter vorantreiben. "Die EU hat große Anstrengungen und Beträge in die Entwicklung effizienter europäischer Technologien investiert, die in der Lage sind, die gewaltige Herausforderung, die die Nordsee im Energiebereich darstellt, zu bewältigen", erläuterte EU-Energiekommissar Andris Piebalgs auf der Offshore Northern Seas Conference in Stavanger (Norwegen).

Die Konferenz wird alle zwei Jahre von der Offshore Northern Seas Foundation organisiert und gilt als wichtiges Forum für die europäischen Öl- und Gasproduzenten und die Ausrüstungsbranche. Piebalgs wies gleichzeitig darauf hin, dass Europa in eine neue Energieära eingetreten sei, deren Merkmale eine zunehmende Importabhängigkeit und ein verstärkter Wettbewerb um globale Energieressourcen sind. Die künftige Energienachfrage in der EU könne nur gedeckt werden wenn zusätzlich zu Erdöl und Erdgas Verbesserungen bei der Energieeffizienz erreicht und neue, alternative Energieträger entwickelt würden. Zudem müssten die EU-Mitgliedstaaten gemeinsam das Energieproblem bewältigen.

Der Kommissar erinnerte die Konferenzteilnehmer daran, dass in dem im März dieses Jahres angenommenen Grünbuch über eine europäische Strategie für nachhaltige, wettbewerbsfähige und sichere Energie eine europäische Energiestrategie umrissen wurde. Die im Grünbuch dargelegte Strategie sei derzeit Gegenstand einer öffentlichen Konsultation, daran anschließend soll es einen Bericht über die Überprüfung der EU-Energiestrategie zusammen mit einem Paket von Berichten und Maßnahmen im Energiebereich geben. Bereits Ende September soll ein Aktionsplan für Energieeffizienz veröffentlicht werden.

Die EU und Norwegen sind laut Piebalgs der viertgrößte Erdöl- und Erdgasproduzent der Welt nach Russland, den Vereinigten Staaten und Saudi-Arabien.