Top-Runner-Prinzip

Pfister will effizienteste Elektrogeräte zum Standard machen

Baden-Württembergs Wirtschaftsminister Ernst Pfister hat Bund und EU aufgefordert, nach japanischem Vorbild den Energieverbrauch von elektrischen Geräten über das so genannte "Top-Runner-Prinzip" europaweit kontinuierlich zu senken. Dieser Ansatz sorge in Japan bereits erfolgreich für mehr Energieeffizienz.

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Stuttgart (red) - Bei dem "Top-Runner-Prinzip" wird der Energieverbrauch der besten Geräte von heute zum Mindeststandard in fünf Jahren erklärt. Wer den Standard bis dahin nicht erreicht, wird zunächst öffentlich ermahnt und darf seine Geräte dann nicht mehr in Verkehr bringen. "Das kurbelt den Innovationswettbewerb enorm an, sichert den Herstellern der energieeffizientesten Geräte wichtige Wettbewerbsvorteile und senkt den Energieverbrauch der gesamten Volkswirtschaft", erklärt Pfister.

Die japanische Regierung geht nach Angaben des Ministers davon aus, dass dadurch bei Videorekordern bis zu 59, bei Klimaanlagen 63 und bei Computern 83 Prozent Energie eingespart werden können. "Sowohl die Anforderungen des Klimaschutzes als auch des weltweiten Wettbewerbs verbieten es, dass wir beim Energieverbrauch elektrischer Geräte hinter den Japanern zurückzubleiben."

Nach Angaben des Ministers gibt es mit der so genannten Ökodesign-Richtlinie mittlerweile einen europäischen Rechtsrahmen, nach dem einheitlich für den europäischen Binnenmarkt Effizienzstandards verbindlich festgelegt werden können. Pfister trete dafür ein, "dass die Ökodesign-Richtlinie zunächst auf EU-Ebene und dann auf nationaler Ebene zügig umgesetzt wird". Dies beinhalte verbindliche Anforderungen an einzelne Produktgruppen - etwa im Hinblick auf Leerlaufverluste - und Standards für den Energieverbrauch nach einem europäischen Top-Runner-Ansatz.

In diesem Zusammenhang rief Pfister die Verbraucher dazu auf, beim Kauf neuer elektrischer Geräte nicht nur auf den Ladenpreis, sondern auch auf den Energieverbrauch zu schauen. Denn dieser mache oft einen sehr großen Anteil der Gesamtkosten über den vollen Nutzungszeitraum aus. Weiterhin gelte es, Energieverluste durch so genannten Stand-By-Betrieb zu verhindern. Die hierfür bundesweit eingesetzte Energie entspreche dem Strom aus zwei Kernkraftwerken. Neben Fernsehern und Videogeräten verbrauchen auch Ladegeräte oder Halogenlampen ständig Energie. Mit einem Zwischenschalter oder einer schaltbaren Steckdosenleiste lässt sich dabei aber leicht Abhilfe schaffen.