Natürliche Voraussetzungen fehlen

Pfister: Kraftwerke in Baden-Württemberg willkommen

Baden-Württembergs Wirtschaftsminister Erst Pfister wies mit Nachdruck die Behauptung der SPD-Fraktion des Landtags zurück, die Energiepolitik des Wirtschaftsministeriums vernachlässige die Stadtwerke und habe kein Interesse an Kraftwerksneubauten.

Strompreise© Gina Sanders / Fotolia.com

Stuttgart (red) - Pfister: "Es kann nicht die Rede davon sein, dass wir auf Kraftwerksbauten im Lande keinen Wert legten. Im Gegenteil: Wir werden weiterhin - wie in der Vergangenheit etwa in Waghäusel geschehen - jedem Investor, der ein Kraftwerk bauen will, den roten Teppich ausrollen und alles tun, um sein Projekt zu fördern."

Dies gilt nach den Worten Pfisters auch für Kraftwerksprojekte von Stadtwerken. Der Minister sieht allerdings ein Problem darin, dass die baden-württembergischen Stadtwerke bislang nicht in der Lage gewesen seien, gemeinsam so viel Leistung nachzufragen, dass der Bau eines neuen Kraftwerks unter Wirtschaftlichkeitsaspekten möglich wäre. Deshalb suchen die baden-württembergischen Stadtwerke nach Auffassung Pfisters einen starken Partner, um sich an einem fremden Großprojekt zu beteiligen. Man könne es zwar bedauern, dass zwischen den großen Kraftwerksbetreibern in Baden-Württemberg und den Stadtwerken bislang kein Gemeinschaftsprojekt zustande gekommen sei. In einem vom freien Wettbewerb geprägten System könne aber auch nicht unbedingt erwartet werden, dass sich Konkurrenten zusammenschlössen.

Gleichwohl will Pfister mit den in der SüdWestStrom zusammengeschlossenen Stadtwerken Gespräche führen, um auszuloten, ob und in welcher Weise das Wirtschaftsministerium ein gemeinsames Stadtwerkeprojekt unterstützen könnte. Der Minister warnte in diesem Zusammenhang jedoch vor Illusionen. Denn leider seien die natürlichen Voraussetzungen in Baden-Württemberg für den Betrieb fossiler Kraftwerke nicht günstig. Für Kohlekraftwerke müsse der Brennstoff über weite Strecken antransportiert werden. Hier seien küsten- und reviernahe Standorte eindeutig im Vorteil. Für den Bau großer Gaskraftwerke sei die vorhandene Gasinfrastruktur in Baden-Württemberg eher ungünstig.