Nicht auf Importe verlassen

Pfister hält an Kohle und Kernkraft fest

Baden-Württembergs Wirtschaftsminister Ernst Pfister warnt vor Versorgungslücken bei der Kraftwerkskapazität bereits in der ersten Hälfte des nächsten Jahrzehnts und wirbt für mehr Akzeptanz für Kraftwerksneubau sowie eine Verlängerung der AKW-Laufzeiten.

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Stuttgart (red) - Auf dem 3. Stuttgarter Energieforum verwies der Minister darauf, dass sich die Netto-Engpassleistung der Kraftwerke in Baden-Württemberg von derzeit 11.900 MW auf etwa 6.000 MW im Jahr 2021 reduzieren werde, sofern die Kernkraftwerke, wie von der Bundesregierung beschlossen, nach und nach vom Netz gingen und gleichzeitig konventionelle Kraftwerke altersbedingt stillgelegt würden. Dem stünden bislang geplante Ersatzinvestitionen von lediglich rund 2.300 MW gegenüber. Berechnungen der dena zufolge reiche schon 2012 die Kraftwerkskapazität in Deutschland nicht mehr aus, um den Bedarf zu decken, so der Minister. Da es auch in den Nachbarländern einen Bedarf an Neubauten gibt, könne man sich auch auf Importe nicht verlassen.

Weiter hob der Minister die Notwendigkeit eines ausgewogenen Energiemix hervor. Hierdurch könne die Abhängigkeit von einzelnen Energieträgern, Energielieferanten oder Lieferländern spürbar verringert werden. Ein diversifizierter Energiemix sei gerade für ein Land wie Baden-Württemberg, das außer im Bereich der erneuerbaren Energieträger über keine eigenen Ressourcen verfügt, von existenzieller Bedeutung, so Pfister.

Pfister verwies auf das derzeit in der Anhörung befindliche Energiekonzept der Landesregierung, demzufolge die Stromversorgung im Jahr 2020 zu 20 Prozent aus Erneuerbaren, 30 Prozent aus fossiler Energie und zu 50 Prozent aus Kernkraft sichergestellt werden solle. Er erneuerte damit das Bekenntnis der Landesregierung zur Aufhebung der gesetzlich verankerten Laufzeitverkürzung der Kernkraftwerke.

Gleichzeitig betonte er, dass das Land einen massiven Ausbau der erneuerbaren Energieträger anstrebe, aber "allein mit dem Ausbau erneuerbarer Energien und der Einsparung von Energie ist die Stromversorgung im Jahr 2020 in Deutschland jedoch schlicht nicht darstellbar". Nach Auffassung von Pfister könne man daher auf mittlere Sicht weder auf die Kernkraft noch auf die Kohle verzichten.