Ölförderung

Pfälzer Erdöl pumpt Millionen in die Landeskasse

Wegen seiner Erdölreserven wird Rheinland-Pfalz nach Einschätzung des Landesamts für Geologie und Bergbau immer interessanter für Energieunternehmen. Allein im Ölfeld "Römerberg" bei Speyer würden in diesem Jahr voraussichtlich 140.000 Tonnen Erdöl gefördert. Nun wurden neue Förderlizenzen vergeben.

Stromzähler© Gina Sanders / Fotolia.com

Speyer (dapd/red) - Das sagte Behördenleiter Harald Ehses der Nachrichtenagentur dapd. Im Vorjahr waren es 70.000 Tonnen. Weitere Ölfelder vermuten die Experten am Oberrheingraben. Angesichts des hohen Ölpreises dürfte die Suche nach dem "Schwarzen Gold" für Unternehmen lukrativ bleiben.

Das 2003 entdeckte Ölfeld bei Speyer ist nach Angaben von Ehses längst noch nicht vollständig erschlossen. Bislang wird Erdöl an drei Stellen gefördert. Ehses rechnet mit zehn Förderbohrungen. Das Erdöl war bei der Suche nach Erdwärme zufällig in etwa 2,5 bis 3 Kilometer Tiefe entdeckt worden.

Land vergibt Lizenzen für Ölsuche

In Speyer müssen Unternehmen laut Ehses pro Bohrloch acht Millionen Euro investieren, um Öl zu fördern. Über eine sogenannte Förderabgabe erhalte das Land zehn Prozent der Erlöse - mindestens eine Million Euro je Förderloch für die Landeskassen, schätzt Ehses. Im Gegenzug vergeben die Landesbehörden Lizenzen an Unternehmen, die zur Suche nach Erdöl und schließlich zur Förderung berechtigen.

Für sieben weitere Flächen in Rheinland-Pfalz hat das Landesamt aktuell Genehmigungen erteilt. Zunächst laufen seismische Untersuchungen zur Erkundung des geologischen Untergrunds. Damit wird untersucht, ob Bohrungen sich überhaupt lohnen. Allein in Speyer vermutet Ehses noch acht Millionen Tonnen Erdöl unter der Erde und damit zwei Millionen Tonnen mehr als noch vor einem Jahr angenommen.

Künftig die zweitgrößten Ölreserven in Deutschland?

Dort war das Öl im Buntsandstein gefunden worden. "In dieser Gesteinsschicht hatten wir den Rohstoff überhaupt nicht vermutet", sagte der Experte. Deshalb sei er zuversichtlich, dass im Oberrheingraben weitere Lagerstätten entdeckt werden. "Rheinland-Pfalz könnte dann auf Platz zwei der Bundesländer mit den meisten Erdölreserven aufsteigen." Nach einer Untersuchung des niedersächsischen Landesamts für Bergbau, Energie und Geologie liegt Rheinland-Pfalz mit 18 Prozent der deutschen Erdölreserven derzeit auf Rang drei. Den größten Anteil mit 51 Prozent hat Schleswig-Holstein.

In Landau und Eich wird seit den 70er Jahren gefördert

In Rheinland-Pfalz wird Erdöl bereits seit den 1970er Jahren in zwei Feldern in Landau und Eich gefördert. Das Öl eignet sich aufgrund seiner Qualität insbesondere für die chemische Industrie und dort hauptsächlich für die Herstellung von Kunststoffen. Für die Herstellung von Treibstoff wird es kaum genutzt. Noch heute bringt das BASF-Tochterunternehmen Wintershall an den beiden Standorten insgesamt rund 40.000 Tonnen Erdöl jährlich ans Tageslicht. "Das ist eine seit acht Jahren konstante Produktionsmenge", erläuterte Ehses.

"Ohne den hohen Ölpreis wäre sicherlich die Produktion längst eingestellt worden", sagte der Behördenleiter. Ohnehin lasse sich nur 30 Prozent der Menge eines Ölfeldes zutage fördern. "Mehr gibt unsere Technik noch nicht her." Nach Einschätzung von Ehses werden bestehende Erdölfelder deshalb so schnell nicht aufgegeben - "so lange nicht, bis wir mit neuen technischen Möglichkeiten auch den letzten Tropfen Erdöl fördern können."