"Payback E.ON, Payback RWE"

Peters: Verbraucher sollen Zahlung überhöhter Preise verweigern

Die deutschen Verbraucher zahlen nach Einschätzung des Bundes der Energieverbraucher bis zu einer Milliarde Euro monatlich zu viel für Strom und Gas. Sie sollten überhöhte Rechnungen deshalb verweigern, sagte der Vorsitzende des Bundes, Aribert Peters, heute in Hamburg.

Netzausbau Ökostrom© Gina Sanders / Fotolia.com

Berlin (ddp/sm) - Peters betonte, den Kunden stehe das Recht zu, die Stromrechnung zu kürzen, solange der Versorger nicht den Beweis erbracht habe, dass die Preise fair und angemessen seien. Dies müssten die Verbraucher dem Energieversorger schriftlich erklären.

Er forderte die Verbraucher vehement zum Widerstand gegen die Großkonzerne auf. "Die überhöhten Preisforderungen sind rechtswidrig", sagte Peters. Sie sollten das in den vergangenen Jahren zu viel gezahlte Geld zurückfordern nach dem Motto "Payback E.ON, Payback RWE". Wie genau ein solches Modell aussehen könnte, ist allerdings unklar.

Peters forderte außerdem eine Senkung der Netzentgelte um 30 Prozent. Die im europäischen Vergleich viel zu hohen Netzdurchleitungsgebühren seien "ein Hinweis darauf, dass die Preise völlig willkürlich und nicht nach den Kosten kalkuliert werden", sagte Peters. Die Bundesnetzagentur habe Preisunterschiede bis zum 15fachen festgestellt. Die deutschen Verbraucher zahlten 20 Milliarden Euro im Jahr für die Nutzung von Netzen, die es bereits gebe, aber nur zwei Milliarden Euro würden im Jahr in die Netze investiert.

Peters forderte erneut die Trennung von Netzbetreibern und Energieerzeugern. "Man stelle sich vor, Volkswagen wäre Eigentümer der Autobahnen und könnte auch noch die Maut bestimmen." Es sei "beschämend" für Deutschland, dass es sich im Gegensatz zu anderen europäischen Ländern sträube, diese Trennung durchzusetzen.

Der Vorstandsvorsitzende der Norddeutschen Affinerie, Werner Marnette, betonte, die "explodierenden Energiepreise" gefährdeten die Wettbewerbsfähigkeit der Industrie und 660 000 Arbeitsplätze in energieintensiven Unternehmen. Diese Fehlentwicklung koste Deutschland etwa ein Prozent Wirtschaftswachstum.