Standpunkt

Peters im ZDF: Netz und Produktion trennen

Energieexperte Aribert Peters fordert, das Stromnetz von der Produktion zu trennen: "Nur dann werden wir einen vernünftigen Wettbewerb im Sinne der Verbraucher haben", sagte der Vorsitzende des Bundes der Energieverbraucher heute im "ZDF-Mittagsmagazin". Von einer Enteignung könne jedoch keine Rede sein.

Netzausbau Ökostrom© Gina Sanders / Fotolia.com

Mainz (red) - "Die Konzerne sollen ihr Geld behalten, die Netze sollen ja nicht entschädigungslos enteignet werden." Außerdem sei das Netz ja zum großen Teil unter Berufung auf öffentliches Interesse schon von privaten Eigentümern enteignet worden. Wer es übernehme, mache eine gute Rendite.

"Die Stromkonzerne haben etwa 20 Milliarden pro Jahr für die Netze verlangt, aber nur zwei Milliarden Euro investiert." Das sei ein Geschäft, von dem sich die Konzerne nur ungern trennen würden. Privatinvestoren würden sich danach "die Finger lecken". Daher werde es kein Problem sein, jemanden zu finden, der die Netze übernehme. "Es sollte vielleicht sogar die öffentliche Hand machen, wie das in anderen Ländern auch der Fall ist", regte Peters an. Das Netz müsse neutralisiert werden, damit es für alle Wettbewerber geöffnet werden könne. Das habe die EU gelernt, das müsse nun auch Deutschland lernen. "Deutschland ist mit Frankreich hier noch der Bremser auf dem EU-Zug", kritisierte Peters.

Auf alternative Energien zu setzen, sei der einzig richtige Weg, meinte Peters. "Denn wir wissen, dass die fossilen Energien schon in wenigen Jahren nicht nur knapp, sondern auch entsprechend teuer werden. Hier können uns nur die erneuerbaren Energien helfen."

Mit Blick auf das angestrebte Ziel der EU-Kommission, beim Energieverbrauch den Anteil an erneuerbaren Energien bis zum Jahr 2020 auf 20 Prozent zu erhöhen, sagte Peters: "Nur so können wir für Verbraucher wirklich langfristig preiswerte Energie bereitstellen, indem wir begreifen, Energie effizienter zu nutzen und eben auch erneuerbare Energien einzusetzen". Verschiedene Studien zeigten interessante Perspektiven für den zukünftigen Energieverbrauch, berichtete Peters. "Wenn wir nicht bald losmarschieren in diese Richtung, ist es zu spät."