Erfahrungswerte

Passivhäuser: Auch bei Hitze cool

Wenn es draußen unerträglich heiß ist, herrscht im Passivhaus eine angenehme Kühle. Denn Passivhäuser verfügen über eine bessere Außendämmung als herkömmliche Gebäude. Darauf weist der Klimaschutzfonds proKlima hin und bietet Informationen zum Neubau, aber auch zur "Umrüstung" von Altbauten.

Strompreise© Gina Sanders / Fotolia.com

Hannover (red) - Was gegen Kälte wirkt, hilft auch bei Wärme. Dies sind die aktuellen Erfahrungen von Passivhausbewohnern in der Region Hannover. "Wenn es abends draußen wieder kälter wird, bringt mir die Lüftungsanlage eine erfrischende Kühle in die Wohnung. Dadurch kann man besser schlafen", berichtet Gerd Pommerien, der in einem Passivhaus in Hannover-Linden wohnt. Während sich in anderen Häusern nachts die Hitze staut, füllt die aktive Dauerlüftung die Räume schnell mit Frischluft. Als vor ein paar Tagen das Quecksilber in Hannover 33 Grad Außentemperatur anzeigte, war es in Pommeriens Wohnung fast zehn Grad kühler.

Auch der Laatzener Klaus Neumann bestätigt den kühlenden Effekt der Passivhaustechnik. "Ich bin sehr froh, dass ich in einem Passivhaus wohne. Denn hier ist es jetzt eindeutig kühler als in anderen Häusern", so Neumann. Das Einfamilienhaus in Laatzen verfügt sogar noch über eine zusätzliche Technik, die für Frische sorgt. Denn die Zuluft wird durch einen 40 Meter langen Erdwärmetauscher geleitet, der in einem Meter Tiefe unter dem Haus verlegt ist. In dem Röhrensystem herrscht im Sommer und im Winter fast die gleiche Temperatur. Mit dem Effekt: Im Sommer wird die Luft abgekühlt, bevor sie in die Wohnung kommt, und im Winter wird sie erwärmt. "In den diesjährigen Hitzeperioden war es in unserem Haus mindestens sechs Grad kühler als draußen, obwohl auf das freistehende Haus den ganzen Tag die Sonne scheint", sagt Neumann.

Manfred Görg, Leiter der Geschäftsstelle des enercity-Fonds proKlima verzeichnet eine steigende Anzahl von Passivhäusern. In der Region Hannover gibt es bereits mehr als 50 Gebäude, darunter sind nicht nur Wohnhäuser, sondern auch Kindergärten und eine Turnhalle. Geplant seien zudem zwei Geschäftszentren.

Der Baustandard eignet sich nicht nur für Neubauten, denn auch Altbauten können zu Passivhäusern umgebaut werden. Bei proKlima gibt hilfreiche Tipps, was dabei zu beachten ist. Der enercity-Fonds unterstützt im Raum Hannover außerdem den Bau der klimaschonenden Passivhäuser mit Fördergeldern.

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