Recycling

Papierschlamm wird in Braunkohlekraftwerken entsorgt

Ab 2005 darf der sogenannte Papierschlamm, der beim Recycling von Altpapier entsteht, nicht mehr auf Müll-Deponien entsorgt werden. Das Restprodukt soll jetzt in Braunkohlekraftwerken zusammen mit der Braunkohle verbrannt werden. Dazu verliefen die Tests der RWE Rheinbraun AG im Kraftwerk Frimmersdorf positiv.

Netzausbau© Thomas Aumann / Fotolia.com

Die Deutschen sind Weltmeister beim Recycling von Altpapier. Durch die Wiederwendung werden die Waldbestände geschont. Doch bei der Aufarbeitung der alten Zeitungen, Zeitschriften und Kartonagen fällt ein Reststoff an, der sogenannte Papierschlamm. Bundesweit sind das pro Jahr 2,5 Millionen Tonnen. Ab 2005 darf dieser Abfall nicht mehr auf Deponien entsorgt werden. Stattdessen muss er verwertet werden.

Die RWE Rheinbraun AG will in ihrem Kraftwerk Frimmersdorf bei Grevenbroich (Rhein Kreis Neuss) dauerhaft bis zu 30 Tonnen Papierschlamm je Stunde zusammen mit der Braunkohle verbrennen. Jährlich werden voraussichtlich knapp 180 000 Tonnen verbrannt. 24 Millionen Tonnen Braunkohle werden dort jedes Jahr zur Stromerzeugung eingesetzt. Braunkohle und Papierschlamm sind aus dem gleichen Holz, denn ihre chemische Grundstruktur weist die gleichen Bauelemente auf: Papier wird aus Baumholz gewonnen und Braunkohle ist wie alle fossilen Brennstoffe vor Jahrmillionen aus Bäumen und Pflanzen entstanden. Papierschlamm ist also Biomasse, die als Zusatz zur Braunkohle bei der Stromerzeugung im Kraftwerk umweltschonend genutzt werden kann.

Bei der Papierschlammverbrennung muss das Kraftwerk noch strengere Emissionsgrenzwerte als bisher einhalten. Bei Staub und Schwefeldioxid wird man künftig die heute zulässigen Werte sogar um 65 beziehungsweise 54 Prozent unterschreiten und damit europäische Bestmarken darstellen. Die Einhaltung der Grenzwerte wird im Kraftwerk durch Messeinrichtungen kontrolliert, die ständig und automatisch per Fernübertragung die Emissionen der Aufsichtsbehörde melden.