Ressourcenverknappung

Papierindustrie: Holz verbrennen ist Verschwendung

Das Verbrennen von Holz ist eine Ressourcenverschwendung, kritisiert Klaus Windhagen vom Verband Deutscher Papierfabriken, schließlich könne man aus Holz wertvolle Dinge herstellen, anstatt es zu verbrennen. Der vermehrte Einsatz dieser Ressource als Brennstoff führe zu einer künstlichen Holzverknappung.

Netzausbau Ökostrom© Gina Sanders / Fotolia.com

Brüssel/Bonn (red) - Laut einer aktuellen europaweiten Studie der Pöyry Forest Industry Consulting liegt die Wertschöpfung von Holz bei der Verarbeitung zu Papier um den Faktor 4 höher als bei der Verwertung von Holz als Brennmaterial. Bei der Beschäftigung liege der Faktor sogar sechs mal höher. Die vom Verband der Europäischen Papierindustrie CEPI in Auftrag gegebene Studie wurde anlässlich der unter der Schirmherrschaft der Europäischen Union beginnenden European Union Sustainable Energy Week EUSEW vorgestellt.

"Die allgemeine Bioenergie-Euphorie darf wirtschaftliche Realitäten nicht vernachlässigen", erklärte der Hauptgeschäftsführer des Verbandes Deutscher Papierfabriken, Klaus Windhagen, anlässlich der Vorstellung der Studie. "Bevor Holzfasern verbrannt werden, lassen sich noch ein paar wertvolle Dinge daraus herstellen, zum Beispiel Papier, Holzwerkstoffe oder Möbel. Das Verbrennen von Holz ist Verschwendung von Ressourcen." Windhagen kritisierte in diesem Zusammenhang, dass die derzeitige steuerliche Förderung erneuerbarer Energien in Deutschland zum vermehrten Einsatz wertvollen Rohholzes als Brennmaterial führe. Dies führe zu einer künstlichen Verknappung von Holz als Rohstoff für den stofflichen Einsatz.

Berücksichtigt werden muss nach Ansicht der Papierindustrie, dass die Branche Teil einer langen Wertschöpfungskette ist, die über Druck und Verpackung bis zum Endkonsumenten führt und durch ein intensives Recycling mehrfach verlängert wird. Pöyry Forest Industry Consulting hat ausgerechnet, dass bei Ausdehnung des Rechemodells auf die nachgelagerten Stufen der Vorsprung der Papierproduktion den Faktor 8 bei der Wertschöpfung und den Faktor 13 bei der Beschäftigung erreicht.

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