Temelin erneut abgeschaltet

Pannenserie in Temelin: Trittin fordert Stilllegung

Das umstrittene Atomkraftwerk Temelin an der österreich-tschechischen Grenze musste am Donnerstag erneut abgeschaltet werden. Jetzt fordert Bundesumweltminister Trittin seine endgültige Stilllegung.

Netzausbau© Günter Menzl / Fotolia.com
Das tschechische Atomkraftwerk Temelin an der österreich-tschechischen Grenze scheint unter keinem guten Stern zu stehen: Am vergangenen Donnerstag wurde der Meiler erneut wegen einer schweren Panne abgeschaltet und soll nun voraussichtlich für zwei Monate stillstehen. Gegen den noch im Probebetrieb befindlichen Stromerzeuger gibt es seit seiner Inbetriebnahme Proteste, immer wieder zwangen Pannen die Betreiber zur vorläufigen Abschaltung des Reaktors. Die Anlage befindet sich in Westböhmen, weniger als 100 Kilometer von Passau und anderen ostbayerischen Städten entfernt.


Nach dem neusten Zwischenfall am Donnerstag forderte jetzt auch Bundesumweltminister Jürgen Trittin (Grüne) die tschechische Regierung zur Abschaltung auf. gefordert. Würde die Regierung jetzt handeln, könne viel Geld gespart und den Menschen in der Region das Risiko erspart werden. Trittin deutlich: "Diese Anlage ist nach deutschem Recht nicht genehmigungsfähig.", sagte Trittin. Auch wirtschaftlich sei Temelin unsinnig, das Tschechien mehr Strom produziere als im Land selbst verbraucht werden könne, so der Minister.


Gleichzeitig berichtete ein Prager Rundfunksender, dass der tschechische Maschinenbaukonzern Skoda Praha 600 Millionen Kronen (mehr als 33 Millionen Mark) Vertragsstrafe an den Betreiber CEZ zahlen müsse, weil das Kraftwerk vermutlich nicht wie vereinbart im Mai den kommerziellen Betrieb aufnehmen kann. Nach Informationen des amerikanischen Unternehmens Westinghouse befinden sich aber bereits 75 Prozent des Kernbrennstoffs, der für den zweiten Reaktorblock benötigt wird, in Temelin.