Energie-Forum

ovag: Faire Preise und neues Contracting-Projekt

Zum Energie-Forum der Friedberger Energieversorgers ovag kam auch der hessische Wirtschaftsminister Dr. Alois Rhiel, der dem Unternehmen "faire" Preise bescheinigte. Er diskutierte mit etwa 100 Gästen über die aktuelle Energiepolitik. Unterdessen weihte die ovag in Geldern eine neue Heizungsanlage ein.

Netzausbau© Günter Menzl / Fotolia.com

Friedberg (red) - Keine besonders gute Nachricht, welche der hessische Wirtschaftsminister Dr. Alois Rhiel zum Energie-Forum des mittelhessischen Versorgers ovag Energie AG mitbrachte: "Der Strompreis wird weiter steigen", teilte er den etwa 100 Besuchern in Friedberg mit.

Gleichzeitig klopfte er sich auf die Schultern: "Unsere Energiepolitik ist dafür verantwortlich, dass wir in unserem Bundesland für die Privatkunden mithin die günstigsten Strompreise in Deutschland haben." Diesen Trend sieht der Minister auch für die kommenden Jahre, wenn die entsprechende Behörde aufgrund des vor wenigen Monaten verabschiedeten neuen Energiewirtschaftsgesetztes die Netznutzungsentgelte genauer unter die Lupe und letztlich den Betreibern der Stromnetze genehmigen muss. In diesem Zusammenhang lobte er die Preispolitik der ovag-Tochter "Oberhessen Gas".

In der anschließenden Diskussion, äußerte der Wölfersheimer Bürgermeister Joachim Arnold seine Zweifel an der Regulierungsbehörde, welche die neuen Gesetze vorschreibt: "Ich fürchte, dass sie den Leitungsbetreibern die Luft weg nimmt, um in die Netze zu investieren." Auf die Macht des so genannten Oligopols, welches den deutschen Strommarkt beherrsche, verwies indes Rainer Schwarz, Vorstand der ovag Energie AG: "Da die meisten Unternehmen keine eigenen Kraftwerke betreiben, sind die Einflussmöglichkeiten auf die Preise denkbar gering." Zugleich kritisierte er die von staatlicher Seite ausgegeben Zertifikate für Kohlendioxid welche sich preistreibend auswirkten. Auf den hohen staatlichen Anteil am Strompreis verwies Klaus Minkel, Geschäftsführer der Stadtwerke Bad Vilbel.

Ihr Engagement im Bereich Umweltschutz und Energiesparmaßnahmen demonstrierte die ovag später bei der Einweihung einer neuen Heizungsanlage in der Gesamtschule Gedern. Mittels eines Contracting-Vertrags zwischen dem Wetteraukreis und der ovag konnte die marode und ineffizient arbeitete alte Heizungsanlage aus den sechziger Jahren durch eine nagelneue und energiesparenden Heizungs- und Lüftungszentrale ersetzt werden. Die ovag übernimmt für die nächsten 15 Jahre Dienstleistungen und Wärmeversorgung in der Gesamtschule, betreibt und wartet die Anlage. Dafür investierte sie 350 000 Euro.