Kooperation

Ostseeanrainer gründen Netzwerk für Bioenergie

Wissenschaftler im Ostseeraum wollen verstärkt auf dem Gebiet der Bioenergie zusammenarbeiten und über ein gemeinsames Netzwerk Erfahrungen und Technologien austauschen. Darauf haben sich Experten aus sieben Ostseeanrainern zum Abschluss einer internationalen Bioenergiekonferenz verständigt.

Netzausbau© Günter Menzl / Fotolia.com

Stralsund (ddp-nrd/sm) - Im Baltikum gebe es beispielsweise ein enormes Interesse an deutschem Know-how zur Nutzung regenerativer Energien, sagte der stellvertretende estnische Landwirtschaftsminister Ruve Schank am Freitag in Stralsund. Während in Mecklenburg-Vorpommern bereits über 150 Biogasanlagen in Betrieb und etwa 140 in Bau seien, würden in Estland bislang erst drei Biogasanlagen arbeiten. Umgekehrt sei Estland ein interessanter Exporteur von Pellets, die derzeit zu einem Drittel des deutschen Preises erhältlich seien.

Mecklenburg-Vorpommerns Agrarminister Till Backhaus (SPD) warb dafür, das von der Bundesregierung geplante Deutsche Biomasseforschungszentrum (DBZF) in Mecklenburg-Vorpommern anzusiedeln. Eine Etablierung des rund 100 Wissenschaftler zählenden Instituts etwa in Rostock oder Groß Lüsewitz mit Anschluss an das geplante "Baltic Bio Energy Net" (Babet) würde nicht nur eine internationale Ausrichtung dieser Technologieforschung sichern. Zugleich würde das Bioenergieland Mecklenburg-Vorpommern ideale Bedingungen für eine Grundlagen- und angewandte Forschung bieten.

Backhaus sprach sich zugleich dafür aus, ab 2008 die Praxis von Flächenstilllegungen aufzugeben und als Alternative dazu den Anbau neuer, derzeit getesteter Energiepflanzen zum Beispiel für die Herstellung von Biokraftstoffen zu fördern. Zudem kündigte er eine Bundesratsinitiative Mecklenburg-Vorpommerns zum geförderten Einsatz von Energiegetreide in dezentralen Energiesystemen an.

Nach Ansicht des Stralsunder Professors für regenerative Energien, Matthias Ahlhaus, besteht in Deutschland derzeit ein verstärkter Förderbedarf für die Entwicklung neuer Technologien zur Nutzung der Bioenergien. Schwerpunkte seien aus seiner Sicht nicht nur die Erzeugung von Strom und Wärme, sondern auch die Entwicklung neuer Kraftstoffgenerationen und die Nutzung der Bioenergie zur Herstellung von Wasserstoff.