Altlasten

Ostdeutsche Brennelemente unter Verschluss

Bereits kurz nach Wende wurden die ostdeutschen Kernkraftwerke aufgrund von Sicherheitsmängeln abgeschaltet, die Entsorgung der radioaktiven Brennelemente dauerte etwas länger. Am Montag werden die letzten 19 Brennelemente aus einem Nasslager des Kernkraftwerks Lubmin ins Zwischenlager Nord überführt.

Netzausbau© Günter Menzl / Fotolia.com

Lubmin (ddp-nrd/sm) - Der Einschluss der hochradioaktiven Altlasten aus dem Betrieb der stillgelegten ostdeutschen Kernkraftwerke in so genannten Castorbehältern ist abgeschlossen. Nach Angaben der Energiewerke Nord werden am Montag die letzten 19 Brennelemente aus dem Kernkraftwerk Lubmin in das neue atomare Zwischenlager Nord (ZLN) überführt. Damit werden dann insgesamt 5283 abgebrannte Brennelemente aus Lubmin und Rheinsberg unter Verschluss sein.

Jahrelang wurden die Brennelemente in einem stahlverkleideten Wasserbassin eines Nasslagers in Lubmin deponiert, das jedoch wegen der Gefahr eines Flugzeugabsturzes als unsicher galt und nun abgerissen werden soll. Im Hochsicherheitstrakt des ZLN befinden sich derzeit insgesamt 65 gegen Wasser, Hitze und Explosion geschützte Castorbehälter. Der radioaktive Brennstoff soll bis zu einer möglichen Endlagerung mindestens 40 Jahre am Greifswalder Bodden deponiert bleiben.

Der neue Lagerkomplex war Mitte der 90er Jahre für 250 Millionen Euro zur Trockenlagerung errichtet worden. In ihm werden auch schwach- und mittelradioaktive Komponenten aus dem Rückbau der Kraftwerke deponiert. Fast 1300 nicht oder nur teilweise abgebrannte Brennelemente waren nach der Stillegung der Anlagen an Kraftwerks-Betreiber in Tschechien, Ungarn und den USA verkauft worden.