Wachstumsbranche

Ost-Regierungschefs sehen Chancen bei erneuerbaren Energien

Die Regierungschefs der ostdeutschen Bundesländer und Berlins dringen auf eine weitere Förderung erneuerbarer Energien. Dieser Markt habe sich zu einem Motor für den wirtschaftlichen Aufbau Ost entwickelt, sagte Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) nach dem Treffen mit seinen Amtskollegen.

Netzausbau Ökostrom© Gina Sanders / Fotolia.com

Berlin (ddp-lsa/sm) - Mittlerweile kämen beispielsweise 35 Prozent der Photovoltaikmodule in Deutschland allein aus der Region Berlin/Brandenburg. Auch Sachsen hat den Angaben zufolge stark von den erneuerbaren Energien profitiert. Mittlerweile gebe es 3000 Arbeitsplätze in der Photovoltaik-Branche.

In Mecklenburg-Vorpommern würden inzwischen 24 Prozent des Strombedarfs aus erneuerbaren Energien gewonnen. Sachsen-Anhalt zähle mit seinen 2000 Windenergieanlagen zu den größten Windenergieerzeugern in Deutschland. Neben der Sonnen- und Windenergie gebe es auch große Anstrengungen zur Nutzung von Erdwärme oder Biomasse.

Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Wolfgang Böhmer (CDU) appellierte an die Bundesregierung, die geplante Rückführung der Förderung nicht weiter zu verschärfen. Angesichts des schwierigen Marktumfeldes könnten gegenwärtig einige Betriebe, die erhalten werden sollten, betriebswirtschaftlich nicht mehr zurechtkommen. "Wir bitten Sie daher, bei der gegenwärtigen Degression zu bleiben", sagte Böhmer.

Der für den Aufbau Ost zuständige Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) versicherte, der Bund wisse um die besonderen Bedingungen der Branche und ihre Möglichkeiten gerade für den Aufbau Ost. "Da ist der Kuchen noch nicht verteilt", sagte er mit Blick auf die rund 50 Prozent an Arbeitsplätzen, die in der Branche in den neuen Ländern entstanden seien. Deshalb plane der Bund keine weitergehenden Kürzungen.