Hoher Stromverbrauch

Osnabrücker Zoo: Energiesparprogramm mit Modellcharakter

Der Osnabrücker Zoo hat gemeinsam mit der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) und den Osnabrück ein Energiesparprogramm erarbeitet. Dieses solle in den kommenden zwei Jahren umgesetzt werden und dann auch als Modell für andere Zoos und Tiergärten in Deutschland gelten.

Stromzähler© Gina Sanders / Fotolia.com

Osnabrück (ddp-nrd/sm) - Die Energiekosten des Osnabrücker Zoos verschlingen rund 15 Prozent des Haushalts, wie Zoochef Andreas Busemann sagt - Tendenz steigend. Deshalb habe man sich vor einiger Zeit entschlossen, den Energieverbrauch des Zoos genauer unter die Lupe zu nehmen und nun ein Energiesparprogramm entwickelt.

Energiekosten drücken wollen die Osnabrücker unter anderem mit einer Solaranlage zur Warmwasserbereitung, einer Lüftungsanlage, die 60 Prozent der Wärme zurückgewinnt, einer verbesserte Wärmedämmung sowie einer zentral kontrollierten, automatisierten Wärmeregelung. Er sei zuversichtlich, damit die Kosten um 10 bis 15 Prozent senken zu können, sagt Frank Hanneken, Energieexperte des Zoos.

Im Verband der Zoodirektoren schaut man mit Interesse auf das Projekt. Am Thema Energieverbrauch komme schließlich mittlerweile kein Zoo mehr vorbei, sagt Verbandsvorsitzender Hubert Lücker. Diesbezüglich könnten die Osnabrücker hier Lösungsansätze bieten.

Die wiederum haben bereits seit 2004 einschlägige Erfahrungen gemacht und Erfolge verbucht. Durch die Sanierung des Menschenaffenhauses und des Tetra-Aquariums seien jährlich fast 400.000 Kilowattstunden Strom und Gas und damit Kosten von mehr als 20.000 Euro eingespart worden, sagt Hannecken. Zugleich sei der Kohlendioxidausstoß um 133,5 Tonnen pro Jahr verringert worden.

Mit den jetzt in Angriff genommenen Sanierungsprojekten, die von den Stadtwerken mit 80.000 und der Bundesstiftung Umwelt mit 125.000 Euro gefördert werden, sollen künftig jährlich knapp eine Million Kilowattstunden Energie eingespart werden. Die Erfahrungen wolle man anderen Tiergärten zur Verfügung stellen, sagt Hannecken. Vor allem Zoos, die in den 70er Jahren gebaut und seither kaum saniert worden seien, könnten davon profitieren.

Ebenso wie in Osnabrück schlägt man sich auch im privat geführten, ganzjährig geöffneten Vogelpark Walsrode mit den Energiekosten herum und setzt alles daran, die Häuser energetisch auf den neuesten Stand zu bringen. "2003 haben wir für Gas und Strom 350.000 Euro gezahlt, 2007 waren es 600.000, eine Steigerung, die uns Kopfzerbrechen bereitet", sagt Geschäftsführer Michael Hahnke. In Europas größtem Vogelpark wurden deshalb rund 2,5 Millionen Euro in ein wirtschaftliches Blockheizkraftwerk investiert. Denn keinesfalls, so Hahnke, sollten die Besucher für wachsende Energiekosten zur Kasse gebeten werden.