Kompletten Stromverbrauch decken

Osnabrück hat Eignung aller Dächer für Solaranlagen untersucht

Die Stadt Osnabrück hat die Dächer aller Gebäude im Stadtgebiet vermessen und auf ihre Eignung für Solaranlagen hin untersucht. Die Berechnungen hätten ergeben, dass sich der derzeitige private Stromverbrauch in der Stadt theoretisch komplett mit Solarenergie decken lasse.

Stromzähler© Gina Sanders / Fotolia.com

Osnabrück (ddp-nrd/sm) - Demnach könnten die gut bis sehr gut geeigneten Dachflächen Photovoltaikmodule mit einer Leistung von 300 Megawatt aufnehmen. Die Ausbeute läge bei rund 237 Millionen Kilowattstunden pro Jahr. Zudem könnten damit Investitionen in Höhe von bis zu 1,5 Milliarden Euro angestoßen und jährlich 128.000 Tonnen Kohlendioxid eingespart werden.

Weil Bürger zur Installation von Modulen und Kollektoren animiert werden sollen, stellt die Stadt die Daten im Internet zur Verfügung. In einem Online-Stadtplan sind ungefähr 70.000 Gebäude enthalten. Eine farbliche Kennzeichnung verdeutlicht den jeweils zu erwartenden Solarertrag. Das Projekt "Sun-Area" war von der Stadt angestoßen und von der Fachhochschule Osnabrück umgesetzt worden. Keine zweite Stadt in Deutschland könne bislang auf ein solches Projekt verweisen, sagte Stadtsprecher Heiko Mitlewski.

Grundlage für die Erhebung sind Laserscannerdaten, die vom Flugzeug aus ermittelt und in 3-D-Geländemodellen dargestellt wurden. Aus insgesamt 350 Millionen Höhenpunkten errechnete die Fachhochschule die Ausrichtung und Neigung aller Dachflächen. Zudem wurde die jahreszeitlich bedingte Verschattung bei unterschiedlichem Sonnenstand durch umstehende Gebäude und Bäume berücksichtigt.

Das Projekt findet bereits erste Nachahmer. Den Angaben zufolge haben Braunschweig und Gelsenkirchen die Osnabrücker Wissenschaftler mit der Berechnung ihrer Solarenergiepotenziale beauftragt.