Solarenergie im Nordwesten

Osnabrück beste norddeutsche Großstadt in Solarbundesliga

Laut Deutschem Wetterdienstes zählt Osnabrück zu den zwölf regenreichsten Städten Deutschlands. Trotzdem wurde die Stadt im Südwesten Niedersachsens norddeutscher Herbstmeister der sogenannten Solarbundesliga. In kaum einer der großen Kommunen wird mehr Strom aus Sonnenenergie gewonnen als in Osnabrück.

Netzausbau Ökostrom© Gina Sanders / Fotolia.com

Osnabrück (ddp-nrd/sm) - Die Solarbundesliga ist eine Rangliste, die die Deutsche Umwelthilfe seit dem Jahr 2000 aufstellt. Gemessen wird die Kollektorfläche pro Einwohner bei der Solarwärme und die pro Kopf installierte Kilowatt-Leistung beim Solarstrom. Unter den Großstädten mit mehr als 100 000 Einwohnern belegt Osnabrück im bundesweiten Vergleich Platz elf und hat nördlich von Mainz alle Großstädte außer Münster überrundet. Im Sommer 2008 war es noch Platz 13.

Garantierte Rendite für 20 Jahre

Auf Dauer rechnet sich dies für die Betreiber der Solaranlagen, von denen es bislang 325 über ganz Osnabrück verteilt gibt, wie der Leiter des Fachbereichs Umwelt der Stadt, Detlef Gerdts, sagt. Über 20 Jahre, in denen der Staat den Betreibern mit dem Energieeinspeisegesetz Garantien sichere, könnten Privatleute, Gewerbetreibende oder Investoren mit einer durchschnittlichen jährlichen Rendite von vier bis fünf Prozent rechnen. Keine Riesengewinne, aber im Vergleich zu unsicheren Fonds eine stabile Anlage, wie Gerdts meint.

"Wir sind stolz darauf, dass wir auch viele süddeutsche Städte hinter uns gelassen haben, obwohl wir in einer Gegend mit 30 Prozent weniger Sonneneinstrahlung als in Bayern leben", sagt Gerdts.

Stadt vermittelt Flächen für Solaranlagen

In dem Ergebnis sieht auch Ute Fritsch-Riepe, Energieingenieurin im städtischen Fachbereich Umwelt, eine direkte Bestätigung ihrer Arbeit. Ihren Standortnachteil gegenüber Kommunen in den südlichen Bundesländern glich die Stadt mit dem europaweit bisher einmaligen Projekt "Sun Area" aus, das gemeinsam mit der Fachhochschule Osnabrück ins Leben gerufen wurde. Im Internet (osnabrueck.de/sun-area) können sich Hausbesitzer nun anhand hochauflösender Fotos anzeigen lassen, ob sich die Dachflächen ihres Hauses für den Bau einer Photovoltaik-Anlage eignen und wie viel Quadratmeter Solarmodule installiert werden könnten.

Würden alle geeigneten Dächer der Stadt mit solchen Modulen ausgerüstet, könnten 20 Prozent des gesamten Osnabrücker Stromverbrauchs mit Photovoltaikstrom versorgt werden, rechnet Fritsch-Riepe vor. Zurzeit produzieren die installierten Anlagen jedoch noch weniger als ein Prozent des privaten Stromverbrauchs. Das dennoch gute Abschneiden in der Solarbundesliga führt die Energieingenieurin auch darauf zurück, dass die Kommune Dachflächen kostenlos für Investoren zur Verfügung gestellt hat und als Vermittlerin von Flächen und als Beraterin agiert.