Erste Bilanz

Orkan "Kyrill": Zahlreiche Stromausfälle

Der Orkan "Kyrill" hat im gesamten Bundesgebiet teilweise schwere Schäden an Stromleitungen verursacht. Zumeist waren Äste und Bäume auf Freileitungen gestürzt und führten zu Stromausfällen, die erst im Laufe des Freitagvormittags behoben werden konnten.

Netzausbau© Thomas Aumann / Fotolia.com

Wetzlar (red) - In Sachsen-Anhalt war die Stromversorgung durch Schäden im Hochspannungsnetz im Norden des Landes über Stunden fast flächendeckend zusammengebrochen, teilte der Energieversorger E.ON Avacon am Freitag in Helmstedt mit. Rund 50 Bergleute waren mangels Stromversorgung stundenlang im Kalibergwerk Zielitz eingeschlossen.

In einigen Orten Thüringens fiel wegen zerrissener Leitungen zeitweise der Strom aus. Unter anderem im nordthüringischen Unstrut-Hainich-Kreis sowie in südlichen Landesteilen mussten die Einsatzkräfte nach Angaben der Polizei bis zum Morgen mehrfach ausrücken, um Schäden an Hochspannungsleitungen zu beheben.

Am Freitagmorgen sei die Stromversorgung in weiten Teilen Sachsen-Anhalts wieder gewährleistet gewesen, hieß es. Im Laufe des Tages soll etappenweise auch in den verbliebenen Orten die Versorgung wieder aufgenommen werden.

Auch im Westerwald waren am Freitagmorgen noch zahlreiche Ortschaften ohne Strom. Nach Angaben des zuständigen Stromversorgers KEVAG waren durch die Sturmschäden noch insgesamt elf Hauptleitungen unterbrochen. Es werde mit Nachdruck an der Beseitigung der Schäden gearbeitet. In der Nacht hätten die Störtrupps die Wälder nicht betreten können, da dies wegen umstürzender Bäume zu gefährlich gewesen sei.

Im Netzgebiet des Energieversorgers envia Mitteldeutsche Energie AG (enviaM) aus Chemnitz in Sachsen-Anhalt, Sachsen und Teilen Brandenburgs waren nach Firmenangaben insgesamt 153.000 Kunden ohne Strom. Auf Freileitungen waren Bäume und Äste gestürzt. Starker Regen und anhaltende Orkanböen hätten die Monteure vor Ort gezwungen, ihre Arbeiten aus Sicherheitsgründen teilweise einzustellen.

Nach Mitteilung des Energieversorgers E.ON Bayern verschärfte sich die Situation im Freistaat am Abend. Hauptursache für die Versorgungsunterbrechungen waren Baumeinfälle in die Mittelspannungs-Freileitungen. Obwohl die Arbeiten durch den Sturm stark behindert waren, konnte die Stromversorgung in weiten Teilen Bayerns in der Nacht zügig wieder hergestellt werden.

Stark betroffen sind die Gebiete Frankenwald, nördliche Oberpfalz, der Bayerische Wald und das Berchtesgadener Land. Am Freitagmorgen waren den Anagben zufolge in diesen Gebieten noch bis zu 25.000 Kunden ohne Strom. "Wir werden alles daran setzen, um diese Kunden im Laufe des Tages wieder mit Strom zu versorgen", erklärte Hermann Wagenhäuser, Technikvorstand bei E.ON Bayern.

In Sachsen waren am Abend 41 000 Kunden betroffen. Vor allem in den Landkreisen Freiberg und Niederschlesischer Oberlausitzkreis sowie in der Stadt Weißwasser saßen die Bewohner im Dunkeln.

Das Saarland ist von den Auswirkungen des Orkantiefs den Angaben zufolge vergleichsweise verschont worden.

Die Energieversorger warnen eindringlich davor, sich beschädigten Leitungen zu nähern. Es sollten sofort Polizei oder Feuerwehr informiert werden.