Biegsam

Organische Solarfolien: Nur 1 Millimeter dünn

Biegsame organische Solarzellen werden künftig in einem neuartigen Verfahren in Dresden hergestellt. In Anwesenheit von Ministerpräsident Stanislaw Tillich (CDU) weihte das Unternehmen Heliatek am Montag die erste Produktionsanlage für die flexiblen Solarmodule im Dresdner Ortsteil Kaditz ein.

Netzausbau Ökostrom© Gina Sanders / Fotolia.com

Dresden (dapd/red) - Die dort hergestellten Folien mit einer Dicke von nur einem Millimeter sollen zunächst "Strom zum Mitnehmen" etwa an Kleidung oder Taschen erzeugen.

Solarenergie geht auch lichtdurchlässig

Im nächsten Schritt wolle das Unternehmen die Solarmodule auch für Gebäude auf den Markt bringen, sagte Geschäftsführer Thibaud Le Séguillon. Neben der Verwendung an Fassaden könnten die auf Wunsch lichtdurchlässigen Module auch in Glas eingebaut werden und so dazu beitragen, energieautarke Häuser zu bauen.

Das von Heliatek entwickelte Produktionsverfahren sei weltweit einmalig, sagte der technische Geschäftsführer Martin Pfeiffer. Eine unter Vakuum in einem Rolle-zu-Rolle-Verfahren auf PET-Folie aufgedampfte organische Schicht mache die Module leicht, robust und flexibel, hieß es. Nach Unternehmensangaben wiegen die Module auf einer Fläche von einem Quadratmeter nur 500 Gramm.

Im Gegensatz zur Herstellung von kristallinen Solarzellen oder anderen Dünnschichtmodulen soll die Produktion der organischen Module energieeffizienter und ressourcenschonender sein und ohne giftige Stoffe auskommen.

"Revolution in der Photovoltaik"

Tillich wertete die Technologie als "Revolution in der Photovoltaik". Zur Diskussion um Änderungen in der Solarförderung sagte er, dass gerade Investitionen bei zukunftsorientierten Firmen der Planungssicherheit bedürften. Kurzfristige Gesetzesänderungen würden diese "über den Haufen werfen", sagte der CDU-Politiker. "Wir werben darum, dass die hiesige Photovoltaik-Industrie auch weiterhin mit Forschungsgeldern unterstützt wird, um im internationalen Wettbewerb bestehen zu können."

Mögliche Subventionskürzungen würden Heliatek zumindest mittelbar treffen, da Zulieferer, Anlagenbauer und das Investitionsumfeld von den Änderungen tangiert würden, sagte Pfeiffer. Heliatek selbst sei nicht unmittelbar betroffen. In den Gesetzesänderungen gehe es eher um Freiflächenanlagen und Industriegebäude.

Heliatek beschäftigt derzeit 74 Mitarbeiter. Das Unternehmen entstand 2006 als Ausgründung der Technischen Universität Dresden und der Universität Ulm. Die Baukosten für die Produktion lagen bei 14 Millionen Euro. Zu den Investoren gehören BASF, Bosch und RWE. Gefördert wurden Forschung, Entwicklung und Bau der Produktionsanlagen mit Landes-, Bundes- und EU-Mitteln. 2011 wurde das Unternehmen mit dem deutschen Zukunftspreis ausgezeichnet.