Erstmals

Oranienburg: Finanzinvestor beteiligt sich an Stadtwerken

Die H/H-Stadtwerkefonds KGaA aus Luxemburg wird sich in zwei Schritten mehrheitlich an der Stadtwerke Oranienburg GmbH beteiligen. Dies hat der Stadtrat der Stadt Oranienburg beschlossen. Erstmals wird sich damit ein Finanzinvestor an einem deutschen Stadtwerksbetrieb beteiligen.

Strompreise© Gina Sanders / Fotolia.com

Luxemburg/Oranienburg (red) - Den Angaben zufolge wird in einem ersten Schritt ein Anteil von 49,9 Prozent durch den Fonds übernommen. Anschließend wird der H/H-Stadtwerkefonds eine bereits genehmigte Kapitalerhöhung voll zeichnen, so dass der endgültige Anteil an den Stadtwerken Oranienburg 64,9 Prozent erreichen wird.

Der H/H Stadtwerkefonds wurde durch die HSH Nordbank und die Landesbank Hessen-Thüringen initiiert und ist der erste Fonds für institutionelle Kapitalanlegern zur Beteiligung an deutschen Stadtwerksunternehmen, erläutert Fonds-Geschäftsführer Alexander Heckmanns. Dem Fondskonzept liege ein Verbundgedanke zugrunde, womit im angestrebten Netzwerk der Beteiligungen Synergien zwischen den jeweiligen Energieversorgern optimal genutzt werden können, so Heckmanns weiter. Der H/H-Stadtwerkefonds beteilige sich langfristig an Stadtwerken. Dabei wird das Kapital der Investoren an die Laufzeit des Fonds gebunden, wodurch eine vorzeitige Kündigung und ein Rückzug der Kapitalgeber ausgeschlossen ist. Der Fonds verfügt über einen Mittelrahmen von rund 500 Millionen Euro.

"Unser Engagement in Oranienburg bringt allen Beteiligten von Beginn an erhebliche Vorteile", so Heckmanns weiter. Die Stadt Oranienburg kann ihr Ziel umsetzen, mit dem Verkaufserlös ihr städtisches Erlebnisbad komplett zu entschulden und damit erhebliche Zinslasten zu beseitigen. Darüber hinaus bleibt die Stadt an ihrem Energieversorgungsunternehmen beteiligt, das ohne die Lasten aus dem Erlebnisbad seine Dividendenfähigkeit auf Anhieb spürbar verbessern kann. "Außerdem werden wir die Verwaltung und das Management der Stadtwerke Oranienburg unterstützen, um das Unternehmen in puncto Solidität und Ertragsstärke zu fördern und für den Wettbewerb weiter zu stärken."

Der H/H Stadtwerkefonds verhandelt zur Zeit über weitere Beteiligungen an Stadtwerksunternehmen. Der Fonds verfolgt nach eigenen Angaben dabei nicht das Ziel, ausschließlich Mehrheitsbeteiligungen zu erwerben, jedoch sollten einzelne Engagements eine Größenordnung erreichen, die einen angemessenen Einfluss auf die Unternehmensplanung und die wirtschaftlichen Ziele ermöglichen. "Unserer Ansicht nach ist der Stadtwerkefonds für kommunale Gesellschafter attraktiv, weil er durch eine Beteiligung kurzfristige Verkaufserlöse ermöglicht, dabei die Unabhängigkeit der Stadtwerke erhält und ihnen gleichzeitig strategische und operative Vorteile durch die Schaffung eines Stadtwerkeverbunds eröffnet", so Heckmanns weiter.

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