Prozesskette

"Operational Excellence"-Studie: Energieversorger wollen zwei Milliarden Euro einsparen

Unter "Operational Excellence" versteht man die Verbesserung der gesamten anlagenbasierten Prozesskette vom Einkauf über die Erzeugung bis hin zur Verteilung. Bisherige Strukturen werden grundsätzlich in Frage gestellt und unter Hochdruck schlankere Strukturen, optimale Prozesse und eindeutige Verantwortlichkeiten in den Unternehmen geschaffen.

Strompreise© Gina Sanders / Fotolia.com

Den Energieversorgern in Deutschland stehen Zeiten echten Wettbewerbs in Haus. Die Vorgaben der EU-Direktive zur "Schaffung des europäischen Strom- und Gasbinnenmarktes" fordern bis 2007 das rechtliche Unbundling der Strom- und Gasnetze. Gleichzeitig sind angesichts der von der Bundesregierung angekündigten Bildung einer Regulierungsbehörde für Strom und Gas die Tage der Verbändevereinbarungen und damit der hohen Durchleitungsentgelte gezählt. Um die Unternehmen auf die Zukunft vorzubereiten, müssen die Kosten weiterhin gesenkt werden. Einer Studie der Unternehmensberatung kalny weilharter & partner hat ergeben, dass "Operational Excellence" für die Unternehmen immer wichtiger wird.

Unter "Operational Excellence" versteht man die Verbesserung der gesamten anlagenbasierten Prozesskette vom Einkauf über die Erzeugung bis hin zur Verteilung. Bisherige Strukturen werden grundsätzlich in Frage gestellt und unter Hochdruck schlankere Strukturen, optimale Prozesse und eindeutige Verantwortlichkeiten in den Unternehmen geschaffen. Das Potenzial von "Operational Excellence" zur kurz- und mittelfristigen Verbesserung der Kostenstrukturen schätzen die meisten Energieversorger ungewöhnlich hoch ein: In der von der Unternehmensberatung kalny weilharter & partner im ersten Halbjahr 2003 durchgeführten Studie "Operational Excellence in der Energiewirtschaft 2003" nennen die befragten Top-Manager von insgesamt 150 Energieversorgern im deutschsprachigen Raum ein Einsparungspotenzial von durchschnittlich acht Prozent der heutigen Kosten in den operativen Bereichen. Das entspricht branchenweit in Deutschland knapp zwei Milliarden Euro.

"Unsere Studie zeigt klar, welchen hohen Stellenwert das Thema Operational Excellence im Hinblick auf strategisches Kostenmanagement in der Einschätzung des Top-Managements der Energiewirtschaft erreicht hat", erklärt Gerald Kalny von kalny weilharter & partner. Bisher seien die Kosten in der Energiewirtschaft hauptsächlich durch die Anpassung der Investitionspläne und Instandhaltungsstrategien gesenkt worden. Heute, so die aktuelle Studie, ist man bereit, Maßnahmen zur tatsächlichen Effizienzsteigerung und damit nachhaltigen Kostensenkung zu setzen: Über 90 Prozent der Unternehmen sehen die Optimierung der eigenen Wertschöpfung als Kernthema für eine deutliche Kostensenkung. Gleichzeitig sprechen sich 76 Prozent für eine transparente Trennung von Netzeigner und Netzbetreiber aus, um das "unbundling" aktiv zu gestalten.

Einkauf und Materialwirtschaft bilden dabei mit einem Einsparungspotenzial von insgesamt einer Milliarde Euro den größten wirtschaftlichen Hebel in Bezug auf "Operational Excellence". Gegenwärtig steht dabei die Senkung der Drittkosten im Mittelpunkt. Zur Realisierung dieser Zielsetzung rücken verstärkt innovative Instrumente in den Mittelpunkt: Bereits zwei Drittel der Unternehmen setzen heute kurzfristig auf e-procurement.

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