Überproduktion

Opec will Ölfördermenge nicht verändern

Die Organisation Erdöl exportierender Länder (Opec) will trotz der Tiefststände bei den Ölpreisen weiterhin nichts an der Produktionsmenge verändern. Auch wenn Verbraucher sich freuen können, ist das besonders für Länder wie Venezuela gefährlich.

Erdölpumpen© Paul Fleet / Fotolia.com

Wien (dpa/red) - Die Organisation Erdöl exportierender Länder (Opec) lässt trotz des derzeitigen Überangebots an Rohöl weltweit ihre Förderpolitik weitgehend unverändert. "Wir können derzeit keine Zahlen festlegen, und haben beschlossen, die Entscheidung auf kommendes Jahr zu verschieben", sagte Opec-Generalsekretär Abdalla Salem El-Badri am Freitag in Wien. Die Preise für Rohöl und in der Folge für Benzin, Diesel und Heizöl dürften damit absehbar niedrig bleiben.

Opec fördert 32 Millionen Fass pro Tag

Die Organisation hatte sich bei vergangenen Treffen auf 30 Millionen Barrel (je 159 Liter) pro Tag als Förderziel geeinigt. Zuletzt hatte das Ölkartell jedoch um die 32 Millionen Fass pro Tag gefördert und damit maßgeblich zu einem erheblichen Überangebot beigetragen. In den kommenden Monaten dürfte sich daran nun wenig ändern.

Das Kartell wolle zunächst die weitere Entwicklung beobachten und dann gegebenenfalls bei einem Folgetreffen reagieren, hieß es. Einer der Gründe dafür ist laut Generalsekretär El-Badri der Iran. Es wird nach dem Kompromiss im Atomstreit erwartet, dass die Wirtschaftssanktionen gegen die Islamische Republik im kommenden Jahr fallen werden. Das Land könnte dann wieder mehr Öl liefern. Es sei jedoch unklar, wann dies der Fall sein werde, sagte El-Badri. Aus Analystensicht zeigt das Ergebnis jedoch, dass die Opec intern gespalten und derzeit handlungsunfähig ist.

Im Kampf um Marktanteile

Das Kartell hatte vor etwa einem Jahr angeführt von Saudi-Arabien seine grundlegende Strategie geändert: Anstatt wie in vorangegangenen Jahren mit Förderkürzungen niedrige Preise wieder nach oben zu treiben, hatte es verhältnismäßig viel Öl in den Markt gepumpt. Die Opec will damit Marktanteile vor allem gegen Schieferöl-Produzenten in den USA verteidigen. Mit der ökologisch umstrittenen Fracking-Methode hatten US-Produzenten zuletzt neue Förderquellen erschlossen.

Länder wie Saudi-Arabien, die über erhebliche Reserven verfügen, können unprofitable Preise deutlich länger verkraften. Anderen Staaten, wie etwa Venezuela, dessen Haushalt extrem von Ölprofiten abhängig ist, bereiten die fehlenden Einnahmen jedoch große Probleme.

Ölpreise sind stark gefallen

In den vergangenen Wochen waren die Ölpreise starken Schwankungen unterworfen. Im Schnitt kostete ein Barrel der Nordseesorte Brent zur Lieferung im Januar an die 44 US-Dollar, ein Fass der amerikanischen Sorte WTI um die 40 Dollar. Im Sommer 2014 kostete das Fass noch mehr als 100 Dollar.

Hintergrund zur Opec

Die Opec liefert rund ein Drittel des weltweiten Rohöls. Das Kartell besitzt jedoch drei Viertel der bekannten Reserven. Es wurde 1960 in Bagdad von Saudi-Arabien, dem Iran, dem Irak, Kuwait und Venezuela gegründet. Ziel war es, die Ölquellen selbst zu kontrollieren, statt es den Ölkonzernen zu überlassen, und mit Förderabsprachen auch den Ölpreis zu beeinflussen, um sich stabile Gewinne zu sichern.

Das Ölkartell hatte zuletzt 12 Mitgliedsländer, Indonesien wurde nun als 13. Mitglied aufgenommen. Das Land war bereits von 1962 bis 2009 in der Opec aktiv und liefert etwa 800.000 Barrel pro Tag.

Quelle: DPA