Preise steigern

OPEC will Fördermenge deutlich drosseln

Das Öl-Kartell OPEC wird angesichts fallender Ölpreise die Fördermenge voraussichtlich deutlich drosseln. "Die Fördermenge wird gesenkt, und zwar deutlich, um die Balance zwischen Angebot und Nachfrage wieder herzustellen", sagte OPEC-Chef Tschakib Chelil am Wochenende.

Strompreise© Gina Sanders / Fotolia.com

Algier (AFP/sm) - Denkbar seien 1,5 Millionen oder auch zwei Millionen Barrel pro Tag weniger. Die OPEC wolle auch im ersten Halbjahr 2009 stabile Preise von 70 bis 90 Dollar pro Barrel. Nach einem Rekord von gut 147 Dollar pro Barrel im Juli war der Ölpreis in den vergangenen Wochen um gut die Hälfte gefallen. Grund ist die geringere Nachfrage.

Stabiler Preis zwischen 70 und 90 Dollar

"Wir wollen einen stabilen Preis, der weder zu hoch noch zu tief ist und bei zwischen 70 und 90 Dollar pro Barrel liegt", sagte Chelil, der auch algerischer Energieminister ist, bei einer Reise in den Süden seines Landes. Die Nachfrage sei um rund drei Millionen Barrel am Tag gesunken, was vor allem auf den geringeren Verbrauch der großen Märkte - also etwa der USA - zurückzuführen sei. Die OPEC hatte am Donnerstag ihre ursprünglich für Mitte November im Wiener Hauptquartier geplante Sondersitzung auf kommenden Freitag vorverlegt und wird dabei höchstwahrscheinlich die neue Fördermenge offiziell bekanntgeben.

Die Nordseesorte Brent hatte am Freitag in London mit einem Preis von 69,60 Dollar je Barrel geschlossen. Ein Fass der in New York gehandelten Sorte Light Sweet Crude kostete unterdessen 71,85 Dollar. Light Sweet Crude erzielte Mitte Juli noch einen Rekordpreis von 147,27 Dollar. Zuletzt korrigierte die OPEC ihre Wachstumsprognose für die Ölnachfrage für dieses und das kommende Jahr nach unten und machte dafür einen "exzessiven" Nachfragerückgang in den USA verantwortlich.

Dem Öl-Kartell gehören Algerien, Angola, Ecuador, der Iran, Katar, Kuwait, Libyen, Nigeria, Saudi-Arabien, die Vereinigten Arabischen Emirate und Venezuela an - ebenso wie der Irak, für den es aber wegen des anhaltenden Konflikts im Land keine Förderquote gibt.