Rekorddrosselung

OPEC kürzt Fördermenge um zwei Millionen Barrel pro Tag (Upd.)

Angesichts des Verfalls der Rohölpreise hat sich die OPEC auf eine Rekorddrosselung der Fördermenge verständigt. Die derzeitige Quote von 27,3 Millionen Barrel am Tag werde ab 1. Januar um 2,2 Millionen Fässer gesenkt, teilte OPEC-Präsident Tschakib Chelil mit. Der Ölpreis sank derweil weiter.

Stromnetz Ausbau© Gina Sanders / Fotolia.com

Die Drosselung um über zwei Millionen Barrel reduziert die tägliche Gesamtfördermenge der 13 OPEC-Staaten um etwa sieben Prozent und ist damit die größte Senkung seit Einführung des Quotensystems im Jahr 1982.

Mit einer Verringerung der Fördermenge wollen die erdölproduzierenden Länder dem Sinken des Ölpreises entgegenwirken. Nach seinem historischen Hoch von 147 Dollar für ein Fass (159 Liter) im Juli ist dieser kontinuierlich gesunken. Grund ist die schwächelnde Nachfrage aus den von der Wirtschafts- und Finanzkrise gebeutelten Industrieländern.

Ölpreis sinkt trotzdem weiter

Ob die OPEC-Maßnahme Wirkung zeigt, hängt vor allem davon ab, ob die Märkte sich von der Disziplin und Quotentreue der Kartell-Mitglieder überzeugen lassen: Immer wieder mogeln einzelne Ölförderer und drosseln ihre Rohölproduktion trotz anderslautender Ankündigungen nicht. Das beschert ihnen dann höhere Profite zulasten ihrer Kartell-Kollegen.

Der Ölpreis fiel am Mittwoch trotz der Ankündigung aus Algerien weiter: Ein Barrel kostete am Nachmittag 40,20 Dollar. Dies war der niedrigste Preis seit dem 14. Juli 2004.

Russland stimmt sich mit OPEC ab

Vor Auftakt des OPEC-Treffens in Oran stellten die Nicht-Mitglieder Russland und Aserbaidschan ebenfalls in Aussicht, ihre täglichen Fördermengen zu senken, und zwar um je 300.000 Barrel am Tag. Russland hatte jüngst angekündigt, seine Ölmarktpolitik stärker als bisher mit der OPEC abzustimmen.

Russland nahm an dem Treffen in Algerien teil, Gespräche über einen möglichen OPEC-Beitritt des Landes sollte es Vize-Energieminister Anatoli Janowski zufolge aber nicht geben. Die OPEC-Staaten produzieren rund 43 Prozent des Rohöls weltweit, aus Russland allein kommen mehr als zwölf Prozent.