Ab November

OPEC drosselt Ölförderung [Upd.]

Auf ihrem Sondertreffen in der katarischen Hauptstadt Doha haben die Mitgliedsstaaten der Organisation Erdöl exportierender Staaten (OPEC) eine Verringerung der Fördermenge ab November um fast fünf Prozent beschlossen. Damit soll dem sinkenden Ölpreis entgegengewirkt werden.

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Doha/Düsseldorf (red) - Wie das Düsseldorfer "Handelsblatt" berichtet, wurde von Experten mit einer Drosselung der Produktion gerechnet. Sie fiel allerdings höher aus als erwartet. Ab dem 1. November werden dann täglich 26,3 Millionen Barrel Öl gefördert. Derzeit sind es 27,5 Millionen Barrel.

Marktbeobachter rechnen jedoch auch nach der Förderkürzung nicht mit dramatischen Preissteigerungen, da die Öl-Läger weltweit gut gefüllt sind. Zuletzt hatten hohe US-Öllagerbestände und nachlassende Spannungen im Nahen Osten zu einem beschleunigten Rückgang des Ölpreises geführt. Seit Juli ist der Ölpreis in den USA von einem Allzeithoch bei 78,40 Dollar je Barrel auf unter 60 Dollar gefallen. In Reaktion auf die Kürzung stieg der Ölpreis in New York um 1,5 Prozent auf 58,50 Dollar. Die OPEC leistet rund ein Drittel der weltweiten Ölförderung und verfügt über drei Viertel der noch vorhandenen Lagerstätten.

Experten mutmaßen, dass die OPEC einen Ölpreiskorridor von 50 bis 60 Dollar anstrebt. "Die Kürzung wurde vermutlich beschlossen, um einen Preisrückgang unter 55 Dollar zu verhindern", sagte Jason Schenker, Ökonom bei Wachovia Securities. "Ich glaube, dass die OPEC einen Preis von 50 Dollar sicherstellen will für den Fall, dass wir einen warmen Winter haben werden."

Vertreter der Opec-Staaten schlossen weitere Produktionskürzungen nicht aus. Das nächste Opec-Treffen findet Mitte Dezember in Nigeria statt.

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