Starker Ölpreisdruck

OMV: Geringerer Zuwachs als erwartet

Der österreichsiche Energiekonzern OMV hat im ersten Halbjahr 2006 in seinem Betriebsergebnis einen Zuwachs von 24 Prozent verzeichnet. Analysten erwarteten dagegen fast 30 Prozent. Konzernchef Ruttensdorfer geht inzwischen davon aus, dass der Ölpreis langfristig fallen wird.

Stromnetz Ausbau© Gina Sanders / Fotolia.com

Wien (red) - Der Umsatz des Öl- und Gasversorgers stieg um 28 Prozent auf 8,9 Milliarden Euro, das Betriebsergebnis (Ebit) lag bei 1,16 Milliarden Euro. Wie das Düsseldorfer "Handelsblatt" berichtet, gaben die Aktien des Unternehmens nach Veröffentlichung der Halbjahresbilanz an der Wiener Börse nach.

Für das Gesamtjahr wird bei OMV allerdings ein Rekordergebnis erwartet. Dies ist vor allem auf das Osteuropa-Geschäft mit dem Zukauf der rumänischen Petrom und Anteilen an der türkischen Petrol Ofisi zurückzuführen.

OMV-Generaldirektor Wolfgang Ruttendorfer wies gegenüber dem Blatt darauf hin, dass sein Unternehmen vom hohen Ölpreis nicht nur profitiere. Besonders im Raffineriegeschäft rechnet er mit schwächeren Margen. Er geht davon aus, dass sich der Ölpreis auf 60 bis 70 Dollar pro Barrel einpendeln wird.

Bei Bayernoil plant der konzern eine Restrukturierung. Die Raffinerien sollen künftig mehr Diesel und weniger Benzin produzieren. Aufgrund der sinkenden Treibstoffnachfrage seien in Deutschland auch die Tankstellenmargen erheblich unter Druck geraten, so Ruttersdorfer.Insgesamt sind die Verkaufsmengen an den OMV-Tankstellen jedoch um acht Prozent auf 8,8 Millionen Tonnen gestiegen.

Im Bereich Erdgas soll das Gasgeschäft bei Petrom weiterentwickelt werden. Schwerpunkt ist hier den Angaben zufolge die so genannte Nabucco-Pipeline, die Gas von der Türkei nach Österreich transportieren soll. Ende Juni hatten die Minister der Türkei, Rumäniens, Bulgariens, Ungarns und Österreichs sowie der Energiekommissar der EU dazu eine gemeinsame Unterstützungserklärung unterzeichnet.

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