Versprechen

Olympia 2020 angeblich von Fukushima nicht beeinträchtigt

Trotz zunehmender Probleme in der Atomruine von Fukushima hat die japanische Regierung das Versprechen sicherer Olympischer Spiele in Tokio bekräftigt - obwohl sich das radioaktiv verseuchte Wasser und das Meerwasser im Hafen natürlich miteinander vermischen. Trotzdem hieß es, das 250 Kilometer entfernte Tokio sei sicher.

Radioaktiv© grandeduc / Fotolia.com

Tokio (dpa/red) - Ein Sprecher verteidigte laut Nachrichtenagentur Jiji Press am Dienstag die Darstellung von Ministerpräsident Shinzo Abe, die Wasserverseuchung beschränke sich dank einer Barriere auf das Hafengebiet vor dem Reaktor. "Natürlich kommt und geht das Wasser", fügte Kabinettssekretär Yoshihide Suga hinzu und räumte damit laut Jiji Press ein, dass das verseuchte Wasser im Hafen und das Meerwasser nicht vollständig voneinander getrennt sind. Die wöchentlich überprüften Strahlenwerte innerhalb der Barriere lägen jedoch weit unter den Grenzwerten.

Beworben mit missverständlicher Wortwahl

Dem Sprecher zufolge veranlassten diese Messdaten Abe bei der Bewerbung für die Olympischen Spiele zu der Aussage, das kontaminierte Wasser vor der Atomruine sei "vollständig blockiert" und beschränke sich auf einen Umkreis von 300 Meter. Das 250 Kilometer entfernte Tokio sei sicher. Diese Zusicherung gilt als ein Grund, warum die japanische Hauptstadt am Wochenende den Zuschlag des Internationalen Olympischen Komitees für die Ausrichtung der Spiele 2020 erhalten hatte. In Japan war Abes Wortwahl in Medienberichten als missverständlich kritisiert worden.

Die Barriere ist eine Art Vorhang

Aus einem der vielen Tanks in Fukushima zur Lagerung verstrahlten Wassers, das bei der Kühlung der Reaktoren anfällt, waren kürzlich rund 300 000 Liter ausgelaufen. Bei der Barriere im Hafen der Atomruine handelt es sich um eine Art Vorhang, wie er auch bei Ölverschmutzungen zum Einsatz kommt.

Quelle: DPA