Strittig: 100 Prozent

OLG München: E.ON darf nicht mit "hundert Prozent Strom aus Wasserkraft" werben

E.ON darf für sein Stromprodukt "Aquapower" nicht mehr so offensiv werben. Das OLG München hat der Klage der AG Wasserkraftwerke Baden-Württemberg stattgegeben. Die Aussage sei irreführend.

Strompreise© Gina Sanders / Fotolia.com

"Aquapower liefert Ihnen zu hundert Prozent Strom aus Wasserkraft" – mit diesem Werbeslogan versuchte der Energiekonzern E.ON seinerzeit sein Stromprodukt an Mann und Frau zu bringen. Jetzt wurde dem Unternehmen diese Aussage vom Oberlandesgericht München untersagt, weil sie irreführend ist (Aktenzeichen 29 U 1534/01). Geklagt hatte die Arbeitsgemeinschaft Wasserkraftwerke Baden-Württemberg.

Das Problem dabei: Dadurch, dass alle deutschen Haushalte mit Strom aus einem gemeinsamen Netz versorgt werden, ist es technisch nicht möglich, einen Anschluss ausschließlich mit Energie aus Wasserkraft zu versorgen. Was E.ON meinte war, dass es die benötigte Energie dann aus Wasserkraft ins allgemeine Netz einspeisen würde. Das Unternehmen argumentierte vor Gericht, dass der "durchschnittlich informierte, aufmerksame und verständige Verbraucher" darüber Bescheid wisse. Das bewerteten die Münchner Richter jedoch anders. In ihrem Urteil sehen sie die Gefahr, dass ein nicht unbeachtlicher Teil der potenziellen Stromkunden denken könnte, nach einem Vertrag mit E.ON sei er in der Lage, dem Netz nur umweltfreundlichen Strom entnehmen zu können.