Gütesiegel

ok-power-Label: Neue Kriterien für das Ökostrom-Siegel

Das ok-power-Label gilt als eines der strengsten Ökostrom-Gütesiegel, anhand derer Verbraucher klimafreundliche Produkte identifizieren können. Zum Januar 2016 wird das Siegel nur noch unter Einhaltung neuer Kriterien vergeben. Stromerzeuger, die an Atom- oder Braunkohlekraftwerken beteiligt sind, haben dann etwa keine Chance mehr auf eine Zertifizierung.

Ökostrom-Siegel ok power Label© EnergieVision e.V.

Freiburg (red) - Das ok-power-Label veröffentlichte nun die neuen Kriterien für die Zertifizierung von Ökostromprodukten. Ziel der Reform ist dem Verein Energievision zufolge, den Grundgedanken der Ökostromzertifizierung zu stärken, wonach qualitativ hochwertige Ökostromprodukte über die Belieferung mit 100 Prozent Ökostrom hinaus einen signifikanten Beitrag zur Energiewende leisten müssen. Gleichzeitig solle mit den neuen Kriterien der Verbraucherschutz gestärkt und die Transparenz für die Stromkunden bezüglich der Anbieter erhöht werden. Die neuen Kriterien gelten ab Januar 2016.

„Stand bisher die Förderung des Ausbaus von erneuerbaren Kraftwerken allein im Mittelpunkt unserer Zertifizierung, soll nunmehr der Bezug von gutem Ökostrom die Energiewende als Ganzes beschleunigen und erfolgreich machen“ erläutert Veit Bürger, Vorstand des EnergieVision e.V.

Neue Kriterien für das ok-power-Label

Kern der Kriterien-Reform soll die Förderung der Energiewende im Sinne einer zügigen und sicheren Integration der erneuerbaren Energien in das Versorgungssystem sowie die Nutzung der Potenziale bei Energieeffizienz und –einsparung sein. In dem dafür neu geschaffenen "Innovationsfördermodell" verwendet der Anbieter 0,5 Cent pro Kilowattstunde aus den Einnahmen gelieferten Ökostroms an Haushaltskunden, um innovative Projekte zur Förderung der Energiewende durchzuführen. Solche Projekte können thematisch vielfältig sein und reichen z.B. von Energieeffizienzmaßnahmen über Verbrauchssteuerung bis zu innovativen Speicherkonzepten. Für Gewerbekunden gelten dabei mengengestaffelte Förderbeiträge.

Kein Atom- und Kohlestrom

Anbieter, die an Atom- oder Braunkohlekraftwerken mittel- oder unmittelbar beteiligt sind, können ihre Ökostromprodukte nicht mit ok-power zertifizieren lassen. Somit werden Ökostromprodukte zukünftig nicht mehr unabhängig von dem Verhalten des Anbieters zertifiziert. „Damit tragen wir dem Umstand Rechnung, dass Versorgungsunternehmen nach 15 Jahren Energiewende inzwischen ausreichend Zeit hatten, sich von umweltschädlicher Erzeugung zu verabschieden“, so Veit Bürger.

Faire Bedingungen in den Stromverträgen

Anbieter von ok-power zertifizierten Ökostromprodukten müssen faire Vertragsbedingungen nachweisen – ein deutliches Signal, dass Energiewende und Verbraucherschutz zwei Seiten derselben Medaille sind.

Initiierungs-und Händlermodell bleiben bestehen

Die Beschleunigung der Energiewende bleibt ein von ok-power gefördertes Ziel. Deshalb bleibt die Förderung des Ausbaus von erneuerbaren Erzeugungsanlagen in Form des Initiierungsmodells und des Händlermodells als Zertifizierungsoption weiterhin bestehen.

Das ok-power-Label gehört zu den führenden Gütesiegeln für Ökostrom in Deutschland und hat im Jahr 2014 rund sechs Terawattstunden Ökostrom von über 50 Ökostromanbietern zertifiziert. Damit vertrauen rund 1,3 Millionen Haushalte und zahlreiche Unternehmen auf ok-power zertifizierten Ökostrom. EnergieVision e.V. wird getragen von Öko-Institut und von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen.