Zentralisierung

Offshore-Windparks sollen ein Rettungssystem bekommen

Bei Notfällen in Offshore-Windparks in Nord- und Ostsee soll der Einsatz von Rettungskräften künftig von einer zentralen Stelle aus koordiniert werden. Eine Lösung für die wohl dauerhaft größte maritime Baustelle Europas war dringend nötig, denn bis dato ist eine einheitliche Rettungskette Fehlanzeige.

Stromzähler© Gina Sanders / Fotolia.com

Bremen (dapd/red) - Eine Tochter der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) will die Notfallleitstelle möglichst bis Ende 2013 am Bremer Flughafen in Betrieb nehmen, wie DGzRS-Geschäftsführer Udo Helge Fox am Donnerstag in Bremen sagte.

Rechtsfragen werden noch geklärt

Für die Kosten des Leitstellenbetriebs sollen die Offshore Windparkbetreiber aufkommen. Eine Summe nannte Fox nicht. Er setze darauf, dass sich möglichst alle Betreiber am Sicherheitskonzept beteiligen. Die Verträge seien jedoch noch nicht unterschrieben. Die Unternehmen prüften noch rechtliche Fragen.

Ein einheitlicher Notfallplan und standardisierte Meldewege seien wichtig, um im Notfall keine Zeit zu verlieren, betonte Fox. Die Gesellschaft für Maritimes Notfallmanagement, eine Tochter der DGzRS, übernehme rund um die Uhr die gesamte Alarmierung, Disposition und Organisation bei einem Unfall mit Verletzten.

Größte maritime Baustelle Europas

Dafür werden sieben Mitarbeiter beschäftigt. Die Experten müssen nach einem Notfall entscheiden, welches das beste Rettungsmittel ist und ob dies von den Unternehmen zur Verfügung gestellt werden kann oder etwa Unterstützung vom Cuxhavener Havariekommando benötigt wird. Dort stehen unter anderem maritime Ärzte und Höhenretter der Feuerwehr bereit.

Günstiger für die Betreiber

Für die Unternehmen bedeute die Zentralisierung eine Kostenersparnis, da sie nicht eigene Rettungs- und Überwachungskonzepte samt Infrastruktur vorhalten müssten, betonte Fox. Über 120 Windparks seien in der deutschen Nord- und Ostsee geplant. Rund 2.000 Menschen werden ständig auf hoher See im Einsatz sein, sagte der Leiter des Havariekommandos, Hans-Werner Monsees. Bei der Errichtung der Windparks auf hoher See entstehe die dauerhaft größte maritime Baustelle in ganz Europa.

Monsees sagte, bislang gebe es bei Notfällen keine einheitliche Rettungskette. Künftig soll eine Telefonnummer genügen, so wie an Land die "112". "Das ist unser Ziel", betonte Monsees.