Windkraft

Offshore-Windparks knacken 1000 Megawatt

Die Windkraft fährt zurzeit gleich mehrere Rekorde ein; im Dezember wurde in Deutschland so viel Strom aus Windenergie produziert wie nie zuvor. Auch die Gesamtleistung der angeschlossenen Offshore-Anlagen vor den deutschen Küsten hat zum ersten Mal über 1000 Megawatt erreicht.

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Berlin (AFP/red) - Die Gesamtleistung der ans Stromnetz angeschlossenen Offshore-Windparks vor den deutschen Küsten hat nach Branchenangaben zum Jahreswechsel die Grenze von einem Gigawatt (1000 Megawatt) überschritten. Zum 31. Dezember 2014 hätten exakt 258 Windräder mit einer Nennleistung von insgesamt 1049,2 Megawatt in der deutschen Nord- und Ostsee elektrische Energie eingespeist, erklärten die Windkraftindustrie-Organisationen VDMA Power Systems, Bundesverband WindEnergie, Windenergie-Agentur und Stiftung Offshore-Windenergie am Donnerstag in Berlin.

Noch einmal so viele Turbinen fertiggestellt

Daneben wurden den Angaben zufolge weitere 268 Turbinen mit einer Leistung von 1218,1 Megawatt im vergangenen Jahr fertig gebaut, speisten bis Jahresende aber noch keinen Strom ein. Darüber hinaus seien Fundamente für 220 Anlagen geschaffen worden, erklärten die Organisationen unter Berufung auf eine von ihnen in Auftrag gegebene Zählung. Insgesamt habe sich der Zubau von Offshore-Anlagen im Vergleich zum Vorjahr verdoppelt.

Für dieses Jahr erwarten die Betreiber demnach den Netzanschluss von weiteren zwei Gigawatt. Die Summe der von den Unternehmen insgesamt getätigten Investitionen in diesem Bereich werde damit bis Ende des Jahres bei zehn Milliarden Euro liegen, erklärte Norbert Giese, der Vorstand der Stiftung Offshore-Windenergie.

EEG-Reform setzt Rahmen für Windkraft-Ausbau

Nach Darstellung der Branche löste das Inkrafttreten des reformierten EEG-Gesetzes zur Förderung alternativer Energien im vergangenen Jahr "enorme Investitionen" aus. Durch die Neufassung sei der Rahmen für den planmäßigen Ausbau der Offshore-Windenergie bis 2020 gesetzt worden, erklärte der Vorstandschef der Windenergie-Agentur, Klaus Meier. Das bedeute zugleich mehr Wertschöpfung, wachsende Exporte und die Sicherung von Arbeitsplätze.

Über die EEG-Reform war zuvor lange gerungen worden. Die Branche hatte die damit einhergehenden Unsicherheiten über die künftigen Fördermodalitäten unter anderem deshalb kritisiert, weil sie Investitionen verzögere. Der Bau großer Windparks vor den Küsten gilt als eine Säule der sogenannten Energiewende hin zu mehr Strom aus erneuerbaren Quellen. In den vergangenen Jahren lief der Ausbau zunächst langsamer als erhofft. Das lag unter anderem auch an Verzögerungen beim Anschluss von neuen Anlagen ans Netz.

Die Nennleistung sagt nicht direkt etwas darüber aus, wie viel Strom von den Anlagen aktuell eingespeist wird. Es ist die vom Hersteller garantierte Dauerleistung. Die tatsächliche Leistung wird durch Witterungsverhältnisse und andere Faktoren beeinflusst, etwa davon, ob Turbinen aus Gründen des Stromnetzmanagements abgeregelt werden.

Quelle: AFP