Konkurrenzkampf

Offshore-Windkraft: Oligopol der Großkonzerne droht

Riesige Offshore-Windparks vor den europäischen Küsten sollen helfen, die Energieversorgung auf Ökostrom umzustellen. Die Windausbeute ist deutlich höher als an Land, geplante Projekte werden immer größer. Doch anscheinend sind es zunehmend die großen Konzerne, die am Ausbau teilhaben.

Strompreise© Gina Sanders / Fotolia.com

Hamburg (red) - Die Offshore Windkraft ist die Zukunftstechnologie in der Nutzung von Windenergie. Allein vor deutschen Küsten sind Anlagen mit einer Leistung von 25.000 Megawatt für die nächsten Jahrzehnte geplant, wie Spiegel Online berichtet. Laut dem Nachrichtenmagazin befürchten Experten ein neues Energie-Oligopol, denn Großkonzerne wie Siemens sichern sich immer größere Marktanteile.

Branchentrend: Großkonzerne holen auf

Noch ist das dänische Unternehmen Vestas Weltmarktführer, doch General Electric holt schnell auf. Im vergangenen Jahr hatte Vestas einen Marktanteil von 12,5 Prozent, doch der US-Konzern lag nur 0,1 Prozent zurück. Energieexperten sehen einen deutlichen Trend, der sich fortsetzen wird. Große Konzerne können den Ausbau schneller vorantreiben als kleinere Unternehmen. Bis 2014 will Siemens Spiegel Online zufolge eine Fabrik mit 700 Arbeitsplätzen in Großbritannien errichten und über 90 Millionen Euro investieren. Ein weiterer Vorteil für die Großkonzerne könnte sein, dass Kunden aus Sicherheitsgründen die großen Anbieter bevorzugen.

Zudem werden die geplanten Projekte immer größer: Der bisher größte Offshore-Windpark Thanet liegt vor der englischen Küste und wurde von Vattenfall eröffnet. Offshore-Windenergie ist zudem vergleichsweise teuer, da die hohen technischen Anforderungen auch hohe Investitionen erfordern. Investiert wird an Land auch von Privatpersonen, während die Riesenprojekte auf hoher See immer öfter von Energiekonzernen betrieben werden.