Photovoltaik-Branche

Offenbar weniger Stellen in Solarindustrie als gedacht

In der deutschen Solarbranche sind nach Berechnungen der Berliner Hochschule für Technik und Wirtschaft (HTW) weitaus weniger Menschen beschäftigt als von Branchenverbänden und Bundesregierung angegeben. Dem Institut zufolge gibt es in der deutschen Photovoltaik-Branche derzeit lediglich rund 80.000 Arbeitsplätze.

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Berlin, 13. August (afp/red) - Dem Bericht der "Welt am Sonntag" zufolge wären das rund 40 Prozent weniger als die von den Branchenverbänden der Solarwirtschaft angegebenen 133.000 Arbeitsplätze. Nach der Erhebung sind rund 75 Prozent der Stellen zudem nicht dem eigentlichen Hightech-Bereich der Zellenfertigung zuzuordnen, sondern dem Handel und dem installierenden Handwerk.

Stellen für Solarenergie künstlich hochgerechnet?

Der Grund für die Abweichung liegt dem Bericht zufolge darin, dass von der Solarlobby auch Handwerker mitgezählt wurden, die nur gelegentlich ein Solarmodul aufs Dach schrauben. Nach den strengeren Maßstäben der Berliner Hochschule jedoch "reicht es im Handwerk nicht aus, dass ein Gewerbe als Zusatzgeschäft auch Solarinstallationen anbietet, sondern es muss nach internationalen Standards mindestens die Hälfte seiner Arbeitszeit darauf verwenden", sagte der Energieexperte und HTW-Dozent Wolfgang Hummel der Zeitung. "Das aber ist nach unseren Stichproben nur bei einer Minderheit der Fall."

Immer mehr Module für Solarenergie aus China

Weil auf Druck der asiatischen Billigkonkurrenz immer mehr Solarunternehmen ihre Fertigung nach Malaysia oder China verlegen, werde es fraglich, ob die Zahl der Stellen in den erneuerbaren Energien den Wegfall im Bereich fossiler und atomarer Energieerzeugung voll ersetzen könnten, sagte Hummel. "Die politische Hoffnung, dass der Aufbau von Arbeitsplätzen im Solar- und Windanlagensektor den Stellenabbau im konventionellen Erzeugungsbereich kompensieren könnte, erfüllt sich nicht." Der deutsche Energiemarktführer Eon hatte in dieser Woche den Abbau von bis zu 11.000 Arbeitsplätzen bekannt gegeben und dies zumindest indirekt in Zusammenhang mit den Folgen des Atomausstiegs und der Energiewende in Deutschland gebracht.