Atomunfall

Offenbar keine Hinweise auf Einfuhr verstrahlter Ware

Mehrere Wochen nach dem Reaktorunfall in Japan gibt es keine Hinweise darauf, dass radioaktiv belastete Waren nach Deutschland eingeführt werden oder eingeführt worden sind. Auch bei der Messung an Flugzeugen aus Japan habe es keine auffälligen Werte gegeben.

Netzausbau Ökostrom© Gina Sanders / Fotolia.com

Frankfurt/Main (dapd/red) - Das sagte Verbraucherschutzministerin Ilse Aigner am Mittwoch auf dem Frankfurter Flughafen. Allerdings steige die Wahrscheinlichkeit, dass Produkte aus Japan mit entsprechender Belastung in Deutschland landen, mit der Dauer der Probleme in den Kernkraftwerken, fügte die CSU-Politikerin hinzu. Sie verwies ferner darauf, dass der Import von Lebensmitteln aus Japan lediglich einen Anteil von 0,1 Prozent an den deutschen Einfuhren habe.

Aigner informierte sich am Frankfurter Flughafen über die dort vorgenommenen Komplettkontrollen beispielsweise von Reisekoffern, Fracht und Postsendungen aus Japan. "Die strengen Kontrollen der Importe aus Japan sind wichtig, weil der vorsorgliche Schutz der Bürger oberste Priorität hat", sagte die Ministerin.

Seit dem Erdbeben in Japan sowie den Problemen mit den Kernreaktoren und der dort entweichenden Radioaktivität in Japan untersuchen Zöllner neben Lebensmitteln auch alle Waren, Postsendungen und Pakete aus dem Land. Bisher seien dabei keine auffälligen Werte gemessen worden. Laut Angaben des Zolls wurden auch keine erhöhten Strahlenwerte bei der Messung an Flugzeugen aus Japan sowie an den Sitzplätzen in den betroffenen Maschinen verzeichnet.

Strahlung wird bereits seit Tschernobyl untersucht

Bereits seit dem Reaktorunfall in Tschernobyl im Jahr 1986 werden am Frankfurter Flughafen routinemäßig mit Strahlenmessgeräten Proben auf Radioaktivität durchgeführt. Täglich kämen sechs bis acht Maschinen aus Japan auf dem Flughafen an, die dann komplett kontrolliert würden, erklärt der Vorsteher des Hauptzollamtes, Ronald Mattausch. "Wir untersuchen beispielsweise jede Frachtpalette mit Instrumenten, die viel sensibler sind als Geigerzähler." Die Geräte seien so fein in der Wahrnehmung, dass bereits eine Strahlung in einer extrem kleinen Dosis wie etwa 40 Nanosievert auffielen.

"Sollten wir bei einer Kontrolle auf einen Wert von fünf Mikrosievert stoßen, wird das betroffenen Gebiet weiträumig abgesperrt und die Feuerwehr alarmiert", betont Mattausch. In den vergangenen Wochen seien allerdings keine kritischen Werte von Radioaktivität gemessen worden. Auch in den Passagierräumen der Flugzeuge aus dem Katastrophengebiet habe es keine auffällige Strahlung gegeben.