Preissteigerung

Offenbach: Preise für Gas und Fernwärme steigen

Die Offenbacher Versorgungsunternehmen Energieversorgung Offenbach GmbH (EVO) und Gasversorgung Offenbach GmbH (GVO) kündigen zum 1. Oktober Preissteigerungen bei Fernwärme und Erdgas an. Hauptgründe seien der hohe Ölpreis und die stark gestiegenen Bezugskosten.

Stromzähler© Gina Sanders / Fotolia.com

Offenbach (red) - Die Erhöhung für die Fernwärme beträgt nach Angaben der EVO 0,35 Cent je Kilowattstunde. Das entspricht einem Anstieg von durchschnittlich 6,5 Prozent. Der höhere Preis resultiere vor allem aus dem massiven Anstieg der Referenzenergie Heizöl. Die Notierungen für je hundert Liter seien seit Jahresanfang um mehr als 36 Prozent gestiegen, wie aus dem Unternehmen verlautbart. Ende August mussten für hundert Liter rund 67 Euro gezahlt werden. Noch vor zwei Jahren hatten sich die Notierungen um die 35-Euro-Marke bewegt. Der Besitzer eines Einfamilienhauses muss bei einem Verbrauch von 26.000 Kilowattstunden rund 91 Euro im Jahr zusätzlich ausgeben, so die EVO.

Der Erdgaspreis wird von der GVO um netto 0,59 Cent für jede Kilowattstunde zu erhöht. Wie der Versorger weiter mitteilte, bleiben dagegen die Grundpreise für alle Kunden unverändert, die seit dem Jahr 1996 gelten.

Die Erhöhung bleibt nach Unternehmensangaben deutlich unter den gestiegenen Bezugskosten. Dies bestätige auch eine Wirtschaftsprüfungsgesellschaft: Aus deren Testat gehe hervor, dass die Bezugskosten der GVO innerhalb des vergangenen halben Jahres um 0,77 Cent pro Kilowattstunde gestiegen seien. Bereits bei der jüngsten Erhöhung im April 2005 hatte das Unternehmen nur einen Teil der gestiegenen Kosten an die Kunden weitergegeben. Die GVO zählt zudem nicht zu denjenigen Gasversorgern, gegen die das hessische Wirtschaftsministerium in Wiesbaden eine Abmahnung wegen Verdachts auf überhöhte Preise ausgesprochen hat.

Als Grund für die Preiserhöhung nennt die GVO die deutlich gestiegenen Weltmarktpreise für Energie nicht zuletzt wegen der steigenden Nachfrage aus den USA, China und Indien. "Der Blick auf Tankstellen-Preisschilder und Heizölnotierungen beweist täglich aufs Neue, dass die Energiepreise auf der ganzen Linie nach oben klettern", urteilt GVO-Geschäftsführer Günter Oberländer. "Diesem Trend können wir uns nicht ganz entziehen", ergänzt sein Kollege Ulrich Bruns. Er verweist darauf, dass der Preis für hundert Liter Heizöl von 44 Euro im Januar bis auf mehr als 60 Euro im September gestiegen ist – mit einem Spitzenwert von 67 Euro im August. Das entspreche einer Steigerung von mehr als 36 Prozent. Die Erdgaspreise sind traditionell an die Ölpreise gekoppelt. Steigt der Ölpreis, ziehen die Erdgaspreise zeitverzögert nach. "Als Regionalversorger sind wir an diesen Mechanismus gebunden", macht Bruns deutlich.

Für ein Einfamilienhaus mit einem durchschnittlichen Verbrauch von 20.000 Kilowattstunden zahle der Kunde künftig im Jahr rund 137 Euro mehr, so der Versorger. Das entspricht einem Plus von rund 13,2 Prozent. Von den neuen Preisen seien in Offenbach 24.000 Kunden betroffen.

Der Gasversorger ist ein Tochterunternehmen der Energieversorgung Offenbach AG, die 74,9 Prozent der Anteile hält.

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