Ökoenergie

Oettinger: Wind fördern, wo der Wind bläst

EU-Energiekommissar Günther Oettinger hat die europäischen Staaten aufgefordert, die Förderung von Ökostrom besser untereinander abzustimmen. Windkraft müsse beispielsweise mehr dort gefördert werden "wo der Wind bläst", sagte Oettinger am Montag in Brüssel.

Strompreise© Gina Sanders / Fotolia.com

Brüssel (afp/red) - Das heiße jedoch nicht, dass nationale Fördermodelle in den EU-Staaten vollkommen angeglichen werden sollten. Diese blieben weiter in der Zuständigkeit der Mitgliedsstaaten, sagte Oettinger, der eine Mitteilung zu den Fortschritten der EU-Länder bezüglich Ausbau und Förderung der erneuerbaren Energien vorstellte.

Für einen effizienteren Ausbau der Ökoenergie aus Quellen wie Wind, Sonne und Wasserkraft müssten sich die EU-Staaten besser koordinieren und auf Praktiken setzen, die sich bewährt hätten, sagte Oettinger. Die Überlegungen zu einer Angleichung der Fördersysteme für erneuerbare Energien wird in Deutschland etwa von der Ökostrombranche und den Grünen kritisch gesehen. Sie fürchten, das deutsche Modell zur Förderung der erneuerbaren Energien könnte komplett durch ein EU-weites System ersetzt werden.

Auch das Bundesumweltministerium hatte sich gegen eine Vereinheitlichung der Förderung ausgesprochen. Das deutsche Modell gilt international als Erfolg, wegen des starken Zuwachses bei der Solarenergie kritisieren jedoch unter anderen Verbraucherschützer immer weiter steigende Belastungen der Stromkunden, da die Fördersätze auf die Verbraucher umgelegt werden.

Auch Oettinger bezeichnete das deutsche Modell als beispielhaft. Wenn aber etwa Strom aus Windkraftanlagen vor der britischen Küste in Norwegen gespeichert und in Deutschland verbraucht werde, dann seien rein nationale Fördergrundsätze "ungenügend". Der Energiekommissar sprach sich für "intelligente, kosteneffektive Finanzierungsformen" aus. "Wenn Mitgliedstaaten zusammenarbeiten und erneuerbare Energien dort produzieren, wo es kostengünstiger ist, profitieren Unternehmen, Verbraucher und Steuerzahler davon." Es seien Einsparungen in "Milliardenhöhe" möglich.