"Kleinstaaterei"

Oettinger will Energiepolitik zur Europasache machen

Der neue EU-Energiekommissar Günther Oettinger fordert Medienberichten zufolge eine länderübergreifende Lösung in der Energiepolitik. Gerade was die erneuerbaren Energien angeht, müsse in Europa stärker zusammengearbeitet werden. Der Ausbau der Stromnetze sei eine wichtige Voraussetzung.

Stromnetz Ausbau© Gina Sanders / Fotolia.com

Brüssel (red) - In einer Rede vor der EU-Kommission kritisierte Oettinger die europäische Energiepolitik und die in ihr vorherrschende "Kleinstaaterei".

Europäische Chancen nutzen

Da die europäische Union stark von Energieimporten abhängig ist, wäre eine stärkere Zusammenarbeit eine Maßnahme, um sich weniger abhängig von potenziell unsicheren Staaten zu machen. Der Ausbau der Stromnetze wäre dafür eine wichtige Voraussetzung. Gerade die vermehrte Nutzung der erneuerbaren Energien erfordert eine verstärkte Kooperation. Weil die regenerativen Energiequellen wetter- und jahreszeitlich bedingten Schwankungen unterliegen, ist eine großräumigere Vernetzung günstig, um dies besser ausgleichen zu können.

Außer der EU soll die Kooperation auch andere Mittelmeeranrainer einschließen. Erneuerbare Energien könnten dort produziert werden, wo die besten Bedingungen herrschen, und gleichmäßig verteilt werden. Beispielsweise ist Nordafrika ein guter Standort für Solarprojekte, die Nordseeküste für Windkraft auf dem Festland und auf hoher See.