szmtag
06.08.2010, 09:33 Uhr

Strom-News

Pläne

Oettinger will einheitliches Ökostrom-System in der EU

Mit Blick auf künftige internationale Ökostrom-Projekte will EU-Energiekommissar Günther Oettinger die Förderung erneuerbarer Energien europaweit vereinheitlichen. Das Fördersystem regelt bislang noch jedes Land in eigener Regie. Bei Oettingers Plänen soll auch das Desertec-Großprojekt eine Rolle spielen.

Hamburg (afp/red) - "Wir brauchen einen europäischen Rechtsrahmen, der den Zugang zu den Netzen regelt", sagte Oettinger der "Financial Times Deutschland" (Freitagsausgabe). Beim Treffen der EU-Energieminister Anfang September wolle er darüber sprechen, ob es Mindestmengen für die Abnahme von Ökostrom geben soll und wie die Vergütung dafür aussehen könnte. Bisher hat jeder der 27 EU-Mitgliedsstaaten sein eigenes Fördersystem. In Deutschland etwa müssen die Energiekonzerne erneuerbaren Strom in ihre Netze einspeisen und dafür einen staatlich festgelegten Preis zahlen.

Oettinger geht damit über die bisherige Position der EU-Kommission hinaus, die den Einzelstaaten ihr Fördersystem freistellt und lediglich freiwillige Harmonisierungen sowie stabile Bedingungen für Investoren fordert. Er argumentiert, dass Europa seine Energieprobleme nicht national lösen könne. "Wir wollen eine europaweite Infrastruktur und mit deren Hilfe den Binnenmarkt beim Strom durchsetzen", sagte Oettinger der Zeitung. "Das heißt aber, dass Strom häufiger nicht in dem Land verbraucht wird, in dem er produziert wird."

Ziel sei eine weitgehend kohlendioxidfreie Stromproduktion im Jahr 2050. Um diese zu ermöglichen, könnte Ökostrom laut Oettinger zum Beispiel in großen Windparks vor der britischen Küste erzeugt und dann in Pumpspeicherkraftwerken in der Schweiz oder Norwegen gespeichert werden. Auch Solarstrom aus den nordafrikanischen Wüsten, wie ihn die Initiative Desertec liefern will, könnte eine Rolle spielen. Zumindest in der Anlaufphase werde es auch für solche Projekte Einspeisevergütungen geben müssen, sagte Oettinger.

© 2001-2012 strom-magazin.de

Diesen Artikel empfehlen

Der Newsletter von Strom-Magazin.de

Ähnliche Nachrichten zur News "

Oettinger will einheitliches Ökostrom-System in der EU

"
  • Ökostrom wird durch langsamen Netzausbau behindert
    Strommast Aufgrund von Verzögerungen beim Ausbau der Stromnetze müssen Anlagen zur Gewinnung von Ökostrom immer wieder vom Netz genommen werden. Notwendig seien sogenannte Abregelungen, die eine Überlastung der Netze mit zu viel Strom verhindern sollen. Ein weiterer Aus- und Umbau der Netze ist überfällig.
  • Friesischer Ökostrom sorgt für frischen Wind
    Offshore;Windkraft Eine friesische Gemeinde wird zum Stromanbieter und will auf diese Weise sowohl die eigene Gemeinde stärken als auch einen Beitrag zum Umweltschutz leisten. Wangerland, die sonst eher als Ferienziel bekannte Region, an der Nordsee setzt deshalb auf das, was man vor Ort zur Genüge hat: Windenergie.
  • EnBW bietet ab Herbst bundesweit Ökostrom an
    EnBW Um wieder schwarze Zahlen zu schreiben und auch ein Stück vom Öko-Kuchen abzubekommen, will der Stromkonzern EnBW ab September das Ökostrom-Produkt "Naturstrom" bundesweit anbieten. Das Angebot wird gemeinsam mit Yello vermarktet. Die Prognose des Unternehmens für 2010 sieht insgesamt gut aus.
  • Windräder mit dem Fahrtwind von Autos antreiben
    Windenergie Erstmals in Berlin sollen im Bezirk Lichtenberg Windkrafträder durch den Fahrtwind von Autos angetrieben werden. Diese Pläne verfolgt ein Förder- und Trägerverein Energiekompetenzzentrum Berlin-Nordost, wie die "Berliner Morgenpost" am Mittwoch berichtet.
  • Kabel BW will Strombedarf in Zukunft mit Ökostrom abdecken
    EAM;Ökocent Der Kabelnetzdienstleister Kabel BW will ab 2011 mindestens siebzig Prozent seines Strombedarfs über Ökostrom abdecken. Den grünen Strom wird man von der MVV Energie beziehen. Der Ökostrom-Lieferant garantiert nach eigenen Angaben, dass der von ihm gelieferte Strom zu hundert Prozent aus erneuerbaren Energien stammt.
Strompreise
Strom-Infos
Strom kündigen
Ratgeber und Infos
?>