Pläne

Oettinger will Atommüllexport komplett verbieten

Der neue EU-Energiekommissar Günther Oettinger (CDU) will im Herbst eine Richtlinie vorschlagen, die den Export von Atommüll untersagt - weder in Drittstaaten noch innerhalb Europas. Alle Staaten Europas sollten selbst für Endlager sorgen, so Oettinger. Unterdessen dauert die Debatte um Gorleben an.

Stromzähler© Gina Sanders / Fotolia.com

Stuttgart/Bremen/Hannover (ddp/red) - Er könne den Menschen in Gorleben die "Sorge nehmen, weil wir jedem der EU-Staaten mit Kernkraftwerken sagen, dass sie selbst ein Endlager entwickeln sollen", sagte Oettinger der "Stuttgarter Zeitung" (Mittwochsausgabe). Von einem Suchlauf in Baden-Württemberg geht er nicht aus: Die in Gorleben angewendeten Sicherheitsstandards "entsprechen sehr wohl dem, was wir erarbeiten".

Zu Wochenbeginn hatte sich Niedersachsens Umweltminister Hans-Heinrich Sander (FDP) für eine weitere Erkundung Gorlebens ausgesprochen und die Gegner zur Beendigung ihres Widerstands gegen die geplante Weitererkundung des Salzstocks aufgefordert. "Ich habe da kein Verständnis für die Kernkraftgegner. Diese müssten doch ein großes Interesse daran haben, schnell den Beweis dafür zu bekommen, dass Gorleben vielleicht nicht geeignet ist", sagte Sander dem Bremer "Weser Kurier" (Montagsausgabe).

Er fügte hinzu: "Wenn jemand ohne Erkundung sagt, dass der Standort nicht in Frage kommt, kann ich denjenigen doch gar nicht ernst nehmen. Vorher schon zu wissen, was dabei rauskommt, ist nicht seriös." Eine parallele Suche nach alternativen Standorten lehnt Sander ab. "Da bürden wir uns zu viel auf. Wir würden das Fass an anderen Stellen aufmachen und dort für Unruhe sorgen", sagte er. Mit Gorleben gebe es einen Standort, der zu 90 Prozent untersucht sei.