Umlage

Oettinger: Stromkunden sollen neue Netze mitbezahlen

EU-Energiekommissar Günther Oettinger hat die Strompreiserhöhungen in Deutschland in den vergangenen Monaten kritisiert, zugleich aber neue Belastungen für die Stromverbraucher europaweit in Aussicht gestellt. Einen Cent pro Kilowattstunde könne er sich als Umlage vorstellen, so Oettinger.

Stromnetz Ausbau© Gina Sanders / Fotolia.com

Hamburg (dapd/red) - Dem Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" sagte er, der Ausbau neuer Stromnetze und -speicher "muss wohl auch über den Strompreis von morgen finanziert werden". Er denke an eine Umlage von einem Cent pro Kilowattstunde.

Der CDU-Politiker sagt in dem am Samstag vorab veröffentlichten Interview, Preiserhöhungen, die in Deutschland etwa mit dem Erneuerbare-Energien-Gesetz begründet worden seien, "können wir uns nicht länger leisten". Sie bewegten sich am Rande dessen, "was sozial akzeptabel ist".

Mit Blick auf den von der EU verfügten Stresstest für Atomkraftwerke schloss der Energie-Kommissar die Stilllegung von Reaktoren nicht aus. Es sei unwahrscheinlich, dass alle 143 in der EU existierenden Kernkraftwerke den Test bestünden. "Wenn wir die höchsten Sicherheitsstandards anlegen, kann kein Land von vornherein ausschließen, dass es eventuell seine Kraftwerke nachrüsten oder abschalten muss."