Solarstrom

Oettinger redet Sonnenenergie schlecht

EU-Industriekommissar Günther Oettinger (CDU) sieht wegen der klimatischen Bedingungen hierzulande keine große Zukunft für den Solarstrom als Energiequelle. Deutschland sei "kein Sonnenland", wo die Bauern auf einmal Orangenplantagen betreiben könnten. Die Griechen sollten mehr Solaranlagen bauen.

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Passau/Berlin (afp/red) - Das sagte Oettinger der "Passauer Neuen Presse" vom Dienstag. "Photovoltaik kann hierzulande nie eine große und kostengünstige Stromquelle sein."

Solarförderung für Griechenland im Gespräch

Die Förderung der erneuerbaren Energien müsse künftig stärker europäisch koordiniert werden, forderte Oettinger. So solle bei Gesprächen im Zuge der Griechenland-Hilfe in den nächsten Tagen überlegt werden, die Solarenergie in dem sonnenreichen Land zu fördern.

Oettinger riet davon ab, bei der Förderung erneuerbarer Energien nach Autarkie auf Ebene der Bundesländer zu streben. Bayern etwa habe ein "hohes Innovationspotenzial" und könne die Energiewende umsetzen. Die besten Standorte für Wind und Sonne lägen aber nicht unbedingt im deutschen Süden, sondern oftmals in der Nordsee oder in südeuropäischen Ländern, "wo die Kosteneffizienz und der Nutzungsgrad deutlich besser sind".

Fell: Das Transportproblem bedenken

Der energiepolitische Sprecher der Grünen im Bundestag, Hans-Josef Fell, warf Oettinger vor, er gefährde mit seinen Forderungen rund 80.000 Jobs in der Photovoltaikbranche und die deutsche "Technologieführerschaft" in dem Bereich. Zwar sei es richtig, dass Griechenland und andere krisengeschüttelte Länder zur Stärkung ihrer Wirtschafts die erneuerbaren Energien ausbauen sollten. Gegenüber guten deutschen Standorten biete aber beispielsweise Griechenland nur zehn bis 30 Prozent mehr Ertrag aus Solarenergie. "Dezentraler Solarstrom aus Deutschland ist damit nicht teurer, wenn man bedenkt, dass griechischer Solarstrom erst über teure Leitungen nach Deutschland transportiert werden müsste", erklärte Fell.

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