Gute Chancen

Österreicher bohren in Kemptener Wald nach Erdgas

Bei einer Bohrtiefe von rund 4000 Metern werde sich Anfang nächster Woche zeigen, ob es an der Bohrstelle im Allgäu nennenswerte Erdgasvorkommen gebe. Falls nicht, habe der Mineralölkonzern OMV 25 Millionen Euro "in den Sand gesetzt". Die Wahrscheinlichkeit auf Erfolg sei jedoch relativ hoch.

Stromnetz Ausbau© Gina Sanders / Fotolia.com

Kempten (ddp-bay/sm) - Der österreichische Mineralölkonzern OMV bohrt im Kemptener Wald nach Erdgas. Seit Beginn der Bohrung Anfang Januar wurde inzwischen eine Tiefe von 3500 Meter erreicht. Anfang nächster Woche werde sich bei einer Tiefe von knapp vier Kilometern herausstellen, ob es im Allgäu ein nennenswertes Gasvorkommen gebe, sagte OMV-Direktor Reinhart Samhaber heute an der Bohrstelle unmittelbar neben einem ehemaligen Truppenübungsplatz bei Bodelsberg.

17 Jahre nach der letzten Bohrung im Allgäu hätten neue seismische Messverfahren und eine modernere Fördertechnologie den Versuch lohnend erscheinen lassen, erklärte der Konzern-Geologe Kurt Wagner. Sollte man nicht fündig werden, habe die OMV rund 25 Millionen Euro in den Sand gesetzt, so Samhaber.

Zusammen mit Partnerfirmen aus Tschechien und Frankreich hat OMV die Konzession für die Suche nach Erdgas und Erdöl in einem fast 5000 Quadratkilometer großen Gebiet zwischen Garmisch-Partenkirchen und dem Bodensee erworben. Samhaber schließt nicht aus, dass bei Erfolglosigkeit im Kemptener Wald eine weitere Bohrung im Voralpengebiet niedergebracht wird. Die Wahrscheinlichkeit, Erdgas zu finden, liege bei 26 Prozent und damit relativ hoch.