Regulierungssystem

Österreich: Anreizregulierung startet 2006

Die österreichische Regulierungsbehörde E-Control und der Verband der österreichischen Energieunternehmen VEÖ haben sich auf die Grundlagen für ein langfristiges Regulierungssystem verständigt. Das Anreizregulierungssystem soll zum 1. Januar 2006 starten und zu wettbewerbsfähigen Netztarifen führen.

Strompreise© Gina Sanders / Fotolia.com

Wien (red) - Österreich hat in mehrmonatigen intensiven Verhandlungen beschlossen, ein langfristiges Regulierungssystem zur Bestimmung der Netznnutzungstarife zu entwickeln. Es soll die bisher üblichen jährlichen Tarifprüfungsverfahren ablösen und eine gerechte Tarifentwicklung garantieren.

"Ich freue mich sehr, dass es im Sinne der Konsumenten gelungen ist, ein System zu entwickeln, mit dem die Netztarife in Österreich an internationales Niveau herangeführt und gleichzeitig die Netzbetreiber für Produktivitätsfortschritte belohnt werden", kommentierte der Geschäftsführer der österreichischen Regulierungsbehörde Energie-Control GmbH, Walter Boltz.

"Für eine nachhaltig agierende Branche mit so langen Investitionszyklen wie die Energiewirtschaft sind Planungs-, Investitions- und Rechtssicherheit unerlässliche Parameter. Und mit diesem für die E-Wirtschaft finanziell sehr schwierigen, aber tragfähigen Kompromiss sehen wir diese Parameter gewährleistet. Deshalb hat die Branche diesem Modell auch zugestimmt", betonte Leo Windtner, Präsident des Verbands der Elektrizitätsunternehmen Österreichs (VEÖ).

Mittels der neuen Anreizregulierung werden die Netznutzungstarife pro Jahr nach im vorhinein festgelegten Produktivitätsabschlägen, welche von der individuellen Effizienz abhängen, angepasst. Diese Abschläge liegen etwa zwischen 2 und 5 Prozent pro Jahr und gelten für eine Regulierungsperiode von zunächst 4 Jahren. Eine zweite Regulierungsperiode bis 2013 ist vorgesehen.